imago/Martin Müller

Gewerkschaften drohen im öffentlichen Dienst mit Eskalation

28.2.2019 20:39 Uhr

Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst halten weiter an - und drohen sogar zu eskalieren. Zum Start der wohl entscheidenden Tarifrunde halten die Gewerkschaften eine massive Streikwelle für möglich. Denn die Tarifparteien liegen bei den Länderverhandlungen weit auseinander.

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Geschlossene Kitas, entfallender Unterricht, verschobene Operationen: Tagelang bekamen viele Bürger die Auswirkungen des aktuellen Tarifstreits zu spüren. Nun wird es am Verhandlungstisch spannend.

Ergebnisse bis zum Wochenende tatsächlich möglich?

Verdi-Chef Frank Bsirske sagte am Donnerstag in Potsdam: "Es kann sein, dass wir zu einem Ergebnis kommen." Auch eine weitere Verhandlungsrunde sei möglich. "Oder man steht vor dem Scheitern der Verhandlungen", so Bsirske. "Auch das ist möglich, und dann stehen wir natürlich vor einer deutlichen Eskalation des gesamten Tarifkonflikts."

Auch der Chef vom dbb beamtenbund und tarifunion, Ulrich Silberbach, sagte, ein Ergebnis am Samstag oder Sonntag sei möglich. Oder die Gewerkschaften gingen in die Urabstimmung und riefen einen Streik aus. Das Land brauche dies aber nicht.

Spürbare Einschränkungen durch Streiks

"Die Ausgangslage zu Beginn der dritten Verhandlungsrunde ist so kompliziert, dass man keine Prognose wagen kann, weil wir in allen drei wesentlichen Themenfeldern weit auseinander liegen, die bisher in den Verhandlungen eine Rolle gespielt haben", sagte Bsirske. Das betreffe eine Neugestaltung der Entgeltordnung, die Forderung nach linear 6 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 200 Euro - sowie spezielle Verbesserungen für die Krankenpflege.

Der Verhandlungsführer der Länder, der Berliner Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD), sagte: "Wir gehen von der Arbeitgeberseite aus mit dem Ziel hinein in diesen mehrtägigen Verhandlungen, ein Paket zu schnüren, zu einem Ergebnis zu kommen." Offen sei, ob dies gelinge. In den vergangenen Tagen hatten Warnstreiks in Kitas, Schulen, Verwaltungen und Kliniken spürbare Einschränkungen für viele Bürger gebracht.

(sis/afp)

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