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Getöteter Imam aus Ulm – Lebenspartnerin und eigener Bruder in U-Haft

28.12.2020 18:20 Uhr

Am 21. Dezember kam es in Ulm zu einer Bluttat. Ein 26-jähriger Imam, der in einer Stuttgarter Moschee predigt, wurde mit seiner Lebenspartnerin beim Spaziergang angeblich von zwei maskierten Männern attackiert, schwer verletzt und verstarb noch am Tatort. Sogar ein Hubschrauber war bei der Suche nach mutmaßlichen Tätern im Einsatz. Nun kam es durch polizeiliche Ermittlungen zu einer dramatischen Wende. Die Lebenspartnerin und der Bruder des Getöteten wurden unter dringendem Tatverdacht verhaftet und befinden sich in Untersuchungshaft.

Wie die Polizeibehörde mitteilt, sind Haftbefehle gegen beide dringend der Tat verdächtigen Personen ergangen. Die Partnerin der getöteten Imams, die als einzige und nur leicht verletzte Zeugin fungierte, sagte gegenüber der Polizei, das Paar sei auf einem Spazierweg an der Fils aus dem Nichts attackiert worden. Das Paar, das wohl nur nach islamischem Recht verheiratet war, hätte häufiger diese Strecke für einen Spaziergang gewählt. Die leicht verletzte Frau sprach von maskierten Tätern, die auf ihren Lebenspartner einschlugen. Der verstarb auf Grund der Schwere der Verletzungen noch am Tatort. Die Täter, so die damalige Zeugin und jetzige Beschuldigte, seien danach geflohen. Ein Polizeihubschrauber, der zeitnah zum Einsatz kam, konnte keine Verdächtigen aufspüren.

Polizei vermutet Beziehungstat bei Tötung des Imams

Bei der Obduktion stellten Gerichtsmediziner fest, dass der 26-jährige Imam durch "massive Gewalt gegen den Kopf" schwerste Verletzungen erlitten hatte, die todesursächlich waren. Im Anschluss daran setzten laut Polizeibericht intensive Ermittlungsarbeiten ein, die auch über die Feiertage fortgesetzt wurden. Dabei fiel der Verdacht auf die Partnerin des 26-jährigen Getöteten und seinen eigenen Bruder. Im Zuge einer vom Gericht angeordneten Wohnungsdurchsuchung, die auf den Ermittlungsergebnissen basierte, wurden Beweismittel sichergestellt. Der Bruder wie auch die Lebenspartnerin wohnten mit dem Opfer in einer gemeinsamen Wohnung.


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Nach einer ersten Auswertung der Beweismittel, weitere Auswertungen dauern noch an, beantragte die Staatsanwaltschaft bei Gericht einen Haftbefehl gegen die 30-jährige deutsche Lebenspartnerin und dem 25-jährigen Bruder des Opfers, der ebenso pakistanischer Staatsbürger ist. Beide wurden danach unverzüglich in Untersuchungshaft genommen und an Justizvollzugsanstalten überstellt. Die Polizei sucht weiterhin nach einem Tatmotiv, welches die Ermittler im familiären Bereich verorten und davon ausgehen, dass es sich um eine Beziehungstat handelte.


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(ce)

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