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Gesundheitsminister Spahn rät zu Reiseverzicht

22.9.2020 11:37 Uhr

Gesundheitsminister Jens Spahn von der CDU war am Montag in der ARD zum Thema Reise und Coronavirus zu Gast. Dabei sprach sich der Bundesgesundheitsminister deutlich dafür aus, zu den Herbst- und Weihnachtsferien auf Reisetätigkeiten zu verzichten.

Er sieht die Problematik, dass durch ein höheres Maß an Mobilität auch das Risiko der Infektionen steigt. Mehr Reisen bedeuten auch zusätzliche Neuinfektionen, so Spahn. Und dieses Infektionsgeschehen habe langfristige Auswirkungen, merkte Spahn an und verwies auf den Infektionsherd Ischgl. Unter dem Infektions-Fallout habe das Bundesland Bayern noch heute nach Monaten zu leiden.

Spahn sieht erhöhtes Infektionsrisiko durch Reiserückkehrer

Minister Spahn warb dafür, wenn man denn einen "Tapetenwechsel" brauche, in Deutschland zu bleiben. Auch in Deutschland, so Spahn, könne man einen schönen und erholsamen Urlaub verbringen. In einem Gespräch mit der "Rheinischen Post" wies der Bundesgesundheitsminister von der CDU darauf hin, dass in den Nachbarstaaten zu Deutschland teilweise ein Infektionsgeschehen vorläge, was die deutschen Zahlen bei Neuinfektionen um das Achtfache übersteige. Das sollte man als Reisewilliger im Hinterkopf haben und auf Reisen in Risikogebiete nach Möglichkeit gänzlich verzichten.

Spahn betonte angesichts der Unmutsbekundungen aus dem Reisesektor, dass ihm bewusst sei, dass es die Branche hart treffen würde. Und auch die Verärgerung der Menschen, die einen Urlaub geplant hätten, würde er nachvollziehen können. Man habe aber valides Zahlenmaterial zum Sommer und können darum ableiten, was drohen könnte, wenn man im Herbst und Winter extensiv reisen würde. Die Zahlen, so Spahn, würden sich dann nach oben bewegen und in dem Fall drohen nun einmal Maßnahmen, um gegen den Trend zu steuern. Man dürfe nicht vergessen, dass gerade bei Familien, die aus dem Urlaub zurückkehren, das Risiko wächst, dass durch mitreisende Kinder das Virus in die Kindertagesstätten und in die Schulen getragen würde, von wo aus es dann in weitere Haushalte gelange. Darum wäre der Verzicht auf das Reisen ein probates Mittel, der Ausbreitung effizient entgegenzuwirken.

(ce)

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