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Gesundheitsminister Koca zur Coronavirus-Lage in der Türkei

2.3.2020 17:35 Uhr

Nachdem am Montag Gesundheitsexpertenzusammenkamen, hat der türkische Gesundheitsminister Fahrettin Koca über die aktuelle Lage informiert: noch gebe es keinen einzigen bestätigten Fall einer Infizierung mit dem neuartigen Coronavirus – Koca betont allerdings, dass es durchaus Infizierte geben könnte, bei denen die Krankheit jedoch nicht festgestellt worden sei.

Keine Reisenden aus China, dem Irak, Iran, Italien oder Südkorea

Wie Koca am Montag verkündete, habe man, um eine Verbreitung des Virus zu verhindern, Reisebeschränkungen für Reisende aus China, dem Irak, dem Iran, Italien und Südkorea verhängt.

Zusätzlich wurden seit Samstag diverse Flugverbindungen in die Länder mit hohen Infektionszahlen kurzfristig ausgesetzt.

Zahl der Geheilten steigt

Während Gesundheitsminister Koca darauf hinwies, dass die Zahl der Infizierten mittlerweile weltweit bei 89.211 mit 3040 Toten liegt, unterstrich er, dass rund 45.000 Infizierte mittlerweile die Krankheit überstanden haben und virusfrei seien. In China, wo die Krankheit erstmals auftrat, habe sich zudem die Geschwindigkeit der Neuinfektionen verringert - ähnliches könne man auch für den Rest der Welt erwarten.

Bei gesunden Unter-50-Jährigen verlaufe die Krankheit oftmals ähnlich einer "normalen" Grippe, mit einer Todesrate von 0,2 Prozent. Gefährlicher sei eine Erkrankung bei älteren Mitmenschen und gesundheitlich vorbelasteten Patienten. Hier steige die Todesrate auf bis zu 15 Prozent. Nehme man in Betracht, dass die herkömmliche Grippe jährlich 250.000 – 500.000 Todesopfer fordere, sei es gefährlich, wegen des Coronavirus in eine Panik zu verfallen.

Attestierte Quarantäne

Abschließend erklärte Koca, dass Reisende, die innerhalb der letzten Tage in die Türkei zurückgekehrt seien – vor allem aus Italien, China, Irak, Iran und Südkorea, sich möglichst für zwei Wochen in ihren Wohnungen einschließen sollten und nur im Falle von Symptomen in ein Krankenhaus gehen sollten. Wer sich nach einer Reise freiwillig in Quarantäne begebe, könnte sich von einem Krankenhaus oder Gesundheitsbehörden ein Attest für die Arbeit ausstellen lassen.

"Man kann es [die Erkrankung mit dem Coronavirus, Anm. d. Red.] sich wie eine herkömmliche Grippe vorstellen. Aber eine Grippe, die hochansteckend und vor allem für die Risikogruppe über 50 gefährlich ist. Wir möchten, dass sich Reisende, die aus einem der fünf besonders betroffenen Länder eingereist sind, von größeren Menschenmengen fernhalten und wenn möglich für zwei Wochen zuhause bleiben. Bis jetzt gab es 940 Verdachtsfälle, die inklusive erneuter Tests 1162 mal getestet wurden. Unter ihnen gab es keinen Fall, der positiv getestet worden wäre."

(Berna Ehrhardt)

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