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Gesundheitsminister Koca: Wenn es so weitergeht, müssen neue Maßnahmen her

1.8.2020 19:55 Uhr

Der türkische Gesundheitsminister Dr. Fahrettin Koca zeigte sich am Samstag im Gespräch mit Journalisten besorgt über die Sorglosigkeit mancher Bürgerinnen und Bürger in Bezug auf die Corona-Maßnahmen. "Wenn das so weitergeht, werden wir neue Maßnahmen ergreifen", so Koca am Samstag im Gespräch mit Candas Tolga Isik, welches dieser über seinen Account auf dem Kurznachrichtendienst Twitter wiedergab.

Wenn diese Sorglosigkeit so weitergehe, sei ein Anstieg der Fallzahlen mit dem Coronavirus unvermeidlich. "Bevor wir wieder weitgreifende Maßnahmen ergreifen müssen, sollten unsere Bürger sich von der Trägheit befreien" und sich an die geltenden Regeln halten, so Koca.

Mit dem Normalisierungsprozess wurden die Regeln vergessen

Am 1. Juni begann die Türkei sich nach den Ausgangssperren und geschlossenen Bereichen langsam wieder zu öffnen. Doch mit dem Normalisierungsprozess hätten die Bürgerinnen und Bürger die Maßnahmen stark schleifen lassen. Die Menschen würden fälschlicherweise glauben, dass sich das Virus an der frischen Luft schlechter verbreiten würde. Doch der einzige Weg, sich vor dem Sars-Cov-2-Virus zu schützen, seien das Nutzen von Masken und das Einhalten der Abstandsregeln.

Veränderung an der täglichen Info-Grafik

In dieser Woche wurde die tägliche Informationsgrafik der neuen Coronafälle geändert. Statt wie zuvor Intensiv- und Intubationspatienten getrennt aufzuführen, ging man dazu über, die Schwererkrankten und den Prozentsatz der Patienten mit Covid-19-bedingter Lungenentzündung aufzuführen. Dies hatte zunächst für Irritationen gesorgt, die der Gesundheitsminister am Samstag zu erläutern versuchte. "Die Entscheidung für die Veränderung der Informationsgrafik wurde im Corona-Wissenschaftsrat getroffen." Damit wolle man sich an die internationalen Standards anpassen.

Zur zweiten Welle

Der Gesundheitsminister warnte zudem vor einer zweiten Welle. In Europa habe die zweite Welle bis jetzt noch nicht begonnen. Die Befürchtung in Europa wie auch der Türkei sei, dass es mit dem Beginn der Grippe-Saison nach September auch eine neue Corona-Welle geben könnte und sie gemeinsam für einen aggressiven Anstieg der Krankheiten sorgen könnten.

996 neue Fälle am Samstag

Auch auf seinem täglichen Posting auf dem Kurznachrichtendienst Twitter kündigt Koca die Notwendigkeit an, etwas zu ändern: "Wir brauchen Maßnahmen. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen liegt an der Grenze zur Tausend. Wir mussten 33 Tage kämpfen, um unter diese Zahl zu gelangen. Die Provinzen, in denen die Zahlen am meisten ansteigen, sind: Ankara, Mardin, Diyarbakir, Gaziantep, Konya. In 36 Provinzen gab es seit drei Tagen keine neuen Schwererkrankten", so Koca auf Twitter.

Grafik: covid19.saglik.gov.tr

Am Samstag wurden 996 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet, 981 wurden als geheilt entlassen, 19 Personen verstarben.

(be)

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