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Gesundheitsminister Koca: Türkei weiterhin Coronavirus-frei

10.3.2020 15:59 Uhr

Wie der türkische Gesundheitsminister Fahrettin Koca am Montag verkündete, sei bis jetzt kein bestätigter Fall des Coronavirus in der Türkei festgestellt worden.

Nach einem Treffen mit dem zuständigen Expertenrat verkündete Koca, dass das Gesundheitsministerium sowie der Rest der Regierung sämtliche Maßnahmen für ein Vorbeugen des Ausbruchs der Lungenkrankheit ergriffen hätten. Bis Montag seien rund 2000 Patienten negativ auf das neuartige Virus getestet worden.

Türken in Europa sollen aufpassen

Koca wandte sich auch an türkische Staatsbürger, die in Europa leben oder sich momentan dort aufhalten würden und riet ihnen, zuhause zu bleiben, solange es keine wichtigen Gründe zum Verlassen der Wohnung geben würde. Türken, die in der Türkei leben und die sich derzeit im Ausland befinden, riet Koca, sich nach ihrer Rückkehr vorsichtshalber für zwei Wochen in die Heim-Quarantäne zu begeben.

"Diejenigen mit chronischen Vorerkrankungen und Über-50-Jährige sollten nicht rausgehen, solange es nicht nötig ist." Wer doch raus müsse, solle eine Schutzmaske tragen und sich bei Symptomen sofort an die zuständige Gesundheitsstelle wenden. "Wenn das Coronavirus die Türkei erreicht, wird es wahrscheinlich durch Reisende aus dem Ausland eingeführt werden", so Koca. Es sei wahrscheinlich, dass es irgendwann auch zu Fällen in der Türkei kommen werde, aber es liege "in unseren Händen, eine Verbreitung zu verhindern", so Koca weiter.

Grenze zum Iran frühzeitig geschlossen

Nachdem im Nachbarland Iran die Zahl der Infizierten und Toten durch das Virus weiterhin steigt, unterstrich Koca, dass man durch die frühe Schließung der Grenzen im Februar die angemessene Maßnahme ergriffen habe: "Hätten wir die Grenzen in den Iran nicht geschlossen, wären rund 50.000 Reisende pro Woche über die Grenzübergänge in die Türkei gelangt". Er kritisierte den Iran, der seiner Meinung nach die Pilgerstädte Ghom und Maschhad früher unter Quarantäne hätte stellen müssen, um die Verbreitung von Covid-19 zu verhindern.

Abschließend unterstrich Koca, dass die Türkei für einen Ausbruch des Coronavirus gut vorbereitet sei und keine Hilfe aus dem Ausland benötige, selber aber dazu bereit sei, anderen betroffenen Ländern zu helfen.

Coronavirus auf Nordzypern: Schulen bis zum 15. März geschlossen

Währenddessen ist ein erster Coronavirus-Fall im türkischen Teil Zyperns bei einer deutschen Touristin festgestellt worden. Während das Hotel, in dem sich die Frau befindet, unter Quarantäne gestellt wurde, haben die Minister in einer eilig anberaumten Sitzung Maßnahmen besprochen, um eine Ausbreitung zu verhindern. Demnach werden Schulen bis zum 15. März geschlossen. Der Präsident der türkischen Republik Nordzypern rief die Bevölkerung dazu auf, nicht in Panik zu geraten.

(be)

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