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Gesundheitsminister Koca informiert nach Wissenschaftsratssitzung

20.5.2020 20:04 Uhr

Der türkische Gesundheitsminister Fahrettin Koca hat am Mittwoch auf gleich mehreren Kanälen wichtige Erklärungen abgegeben. Dabei verkündete er unter anderem auf dem Kurznachrichtendienst Twitter, dass die Zahl der Neuinfektionen am Mittwoch unter 1000 und die Reproduktionsrate von 1,56 auf 0,72 gefallen sei, Über-65-Jährige in ihre Heimat reisen dürfen und eine neue App des Gesundheitsministeriums dabei helfen soll, die Verbreitung des Coronavirus zu verhindern.

Coronazahlen am 20. Mai

Über den Kurznachrichtendienst Twitter verkündete Koca nach der Pressekonferenz zur Wissenschaftsratssitzung die täglichen Fallzahlen. Erstmals seit Wochen wurden dabei weniger als 1000 neue Fälle mit dem Sars-CoV-2-Virus registriert, nämlich 972. Auch die Zahl der Todesopfer ist weiter gefallen: 23 Menschen verstarben in den letzten 24 Stunden.

covid19.saglik.gov.tr

Bei der niedrigen Zahl der Neuinfektionen muss auch erwähnt werden, dass auch die Zahl der Tests gesunken ist, auf 20.838 am Mittwoch. Erneut gibt es weniger Intensivpatienten und Intubierte, 1092 Menschen wurden am Mittwoch als geheilt entlassen. Damit steigt die Zahl jener, die die Krankheit hinter sich gebracht haben, auf 113.967. 4222 Menschen starben bis heute in der Türkei an Covid-19.

Der Schmetterlings-Effekt

In der Nacht auf Mittwoch postete Gesundheitsminister Koca auf seinem Account auf Twitter eine Erklärung zu dem sogenannten Schmetterlings-Effekt. Dieser besagt, dass selbst ein klitzekleiner Auslöser zu riesigen Konsequenzen führen kann. Als Beispiel führt er das Coronavirus an, welches im chinesischen Wuhan auftauchte und auf der ganzen Welt zu unglaublichen Kettenreaktionen führte. "Auch jetzt kann eine kleine Unachtsamkeit die ganze Türkei beeinflussen. Das Risiko besteht weiterhin. Lassen Sie uns alle an die Maßnahmen halten", schrieb Koca in der Dienstagnacht.

Erklärungen nach der Wissenschaftsratssitzung

Am Mittwoch fand die wöchentliche Sitzung des türkischen Corona-Wissenschaftsrats unter der Leitung von Gesundheitsminister Koca statt. Im Anschluss gab Koca wichtige Informationen preis.

Zu einer möglichen Impfung sagte Koca: "Impfungen sind nichts, was in drei oder sechs Monaten entwickelt werden könnte." Man erwarte zudem keine zweite Welle des Coronavirus, solange man sich weiterhin an die Maßnahmen für ein kontrolliertes soziales Leben halte. Mit der Fertigstellung der neuen Krankenhäuser in der Millionenmetropole Istanbul werde sich die Zahl der Intensivbetten weiter erhöhen und für Entlastung sorgen.

Urlaub in der Heimat?

Angesprochen auf die Bürgerinnen und Bürger über 65 Jahren, für die weiterhin ein Ausgangsverbot herrscht, sagte Koca, dass es ihnen erlaubt werden könne, über die Feiertage zum Zuckerfest in ihre Heimatorte zurückzukehren – allerdings nur unter der Voraussetzung, dass sie mindestens für 30 Tage dort bleiben würden.

Eine App für Intercity-Reisen

Wer zwischen verschiedenen Städten reisen möchte, benötigt die neue App des Gesundheitsministeriums "Hayat Eve Sigar", mit der sich Reisende einen Code schicken lassen können, der ihnen bestätigt, dass sie nicht krank sind oder das Virus in sich tragen. Mit dieser App und der Bestätigung kann man sowohl mit Zügen als auch mit Flugzeugen innerhalb der Türkei reisen. Die App gibt es kostenlos im Appstore.

Weitere Informationen aus der Pressekonferenz

Es gab am Mittwoch viel zu berichten, hier noch einige Stichpunkte, die der Gesundheitsminister angesprochen hat:

  • Die Schüler und Studenten, die demnächst ihre Zulassungsprüfungen ablegen müssen, werden dies unter der Wahrung von Abstand und mit Masken tun
  • Der Gesundheitstourismus steht kurz vor der Wiederaufnahme und falls der Bedarf bestünde, könne man hierfür Charterflüge einsetzen
  • Die türkische Regierung plane, Reisende, die in der Türkei ankommen, vor Ort auf das Virus zu testen
  • Man werde schon bald einen Plan vorstellen, um die Wiedereröffnung von Restaurants und Cafés zu regeln

Abschließend verriet der Gesundheitsminister, dass man sich weiterhin auf einem guten Weg befände. Die Tage nach den Bayram-Feiertagen würden sich durch weitere Lockerungen in den Maßnahmen auszeichnen.

(be)

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