Symbolbild: imago images / Xinhua

Gesundheitsminister Koca empfiehlt Geisterspiele im Fußball

2.9.2020 20:17 Uhr

Der türkische Gesundheitsminister Koca hat im Anschluss an die Sitzung des Corona-Wissenschaftsrats eine Pressekonferenz zur aktuellen Lage in der Corona-Pandemie gehalten. Dabei betonte er erneut, dass Nachlässigkeit bei der Umsetzung der Corona-Maßnahmen die größte Gefahr darstellen würde. Dr. Koca forderte die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, auch Verantwortung bei dem Kampf gegen Covid-19 zu übernehmen.

"Wir erleben den zweiten Höhepunkt der ersten Welle des Coronavirus. Feiertage, Hochzeiten und Nachlässigkeiten haben uns an diese Schwelle gebracht. Die Erkrankten und die Todesopfer nehmen, wie überall auf der Welt, zu." Man habe es nicht geschafft, die Sehnsüchte [nach sozialen Kontakten, nach Unternehmungen, Anm. d. Red.] mit den Maßnahmen in Einklang zu bringen, so Koca. "Wir sehen leider, wie die Vorsichtsmaßnahmen in den Resorts, beim Einkaufen und auf den Basaren befolgt werden".

Geisterspiele im Fußball empfohlen

Der türkische Fußballverband TFF hatte kürzlich verkündet, die neue Saison ab dem 1. Oktober mit 30 Prozent Zuschauerkapazität spielen zu wollen. Der Wissenschaftsrat habe sich ebenfalls mit dem Thema beschäftigt und empfehle: "Es gibt die Empfehlung, für eine bestimmte Zeit oder die erste Hälfe [der Saison, Anm. d. Red.] ohne Zuschauer zu spielen."

Der größte Fallanstieg in Ankara

Wie der Gesundheitsminister weiter mitteilte, sei die Lage landesweit unter Kontrolle. In Istanbul, Thrakien und der Ägäis-Region gebe es keine besonderen Anstiege zu vermelden. Anstiege bei Neuinfektionen seien jedoch in Zentral- und Südost-Anatolien zu verzeichnen. Dabei liegen Ankara, Mardin und Sanliurfa bei den Neuinfektionen vorne. "Das Virus hat seine Macht nicht verloren. Wir müssen vor allem die Zahl der Schwererkrankten senken", erklärte Koca am Mittwochabend.

Keine Ausgangssperre in Ankara geplant

Den höchsten Fallanstieg verzeichne die Hauptstadt Ankara, so der Gesundheitsminister. Man habe deswegen verschiedene Maßnahmen ergriffen – wie beispielsweise die neue Arbeitsregelung für Beamte. Ein Ausgangsverbot sei derzeit allerdings kein Thema.

"Wir würden nicht sagen, dass die Pandemie außer Kontrolle ist, aber wenn wir uns nicht an die Maßnahmen halten, könnte die Situation anders aussehen."

Der Hauptgrund für die steigenden Zahlen seien Veranstaltungen wie Feste zu den Feiertagen oder Hochzeiten. Der Corona-Wissenschaftsrat würde deswegen raten, Hochzeiten landesweit wie Trauungen zu gestalten – und auf Feierlichkeiten wie Verlobungsfeiern, Henna-Abende oder Beschneidungen gänzlich zu verzichten.

1596 Neue Corona-Fälle am Mittwoch

Grafik: covid19.saglik.gov.tr

Dr. Koca teilte im Rahmen der Pressekonferenz auch das tägliche Corona-Update mit den Pressevertretern. So haben sich in den letzten 24 Stunden 1596 Menschen mit dem Sars-CoV-2-Virus angesteckt, 45 sind an der Lungenkrankheit gestorben, 947 konnten am Mittwoch für geheilt erklärt werden.

29.865 Erkrankungen bei medizinischem Personal

"Die Auslastungen der Krankenhäuser steigen, auch wenn es dabei regionale Unterschiede gibt," sagte der Gesundheitsminister am Mittwochabend. Bis zum heutigen Tage haben sich laut des Gesundheitsministers 29.865 Menschen in medizinischen Berufen bei der Behandlung des Coronavirus angesteckt. 52 von ihnen seien Covid-19 erlegen.

Erhöhte Nachfrage nach Grippeimpfungen

Man sei sich darüber im Klaren, dass in dieser Schnupfensaision im Vergleich zum letzten Jahr eine größere Nachfrage nach Grippeimpfungen bestehen werde. Dem sei man sich bewusst und bereite sich dementsprechend vor.

Presse, Präsidialmitarbeiter und Touristen nicht in den täglichen Testzahlen

Der türkische Gesundheitsminister erklärte am Mittwochabend, dass in den täglichen Testzahlen, die das Gesundheitsministerium veröffentliche, Pressemitglieder, Präsidialmitarbeiter und, wohl am wichtigsten, Touristen nicht mitgezählt würden. "Ich kann sagen, dass wir mehr Tests machen [als in der täglichen Grafik angegeben, Anm. d. Red.]."

Zuletzt aktualisiert : 9/2/2020 21:22 Letzten Absatz hinzugefügt

(be)

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