imago images / Xinhua

Gesundheitsminister Koca: Covid-19-Behandlung in der Türkei wirksam

26.4.2020 16:29 Uhr

Die Türkei bringt bei Personen, die mit dem Coronavirus infiziert und an Covid-19 erkrankt sind, ein Behandlungsmodell zur Anwendung, welches sich offensichtlich als sehr effektiv erwiesen hat. Das teilte Fahrettin Koca, Gesundheitsminister der Türkei, der Öffentlichkeit mit. Die Fähigkeit, das Behandlungsprotokoll schnell und intelligent zu ändern, sei der Schlüssel zum Erfolg des türkischen Modells, so Koca.

"Es besteht kein Zweifel mehr daran, dass der Hauptgrund für unseren Erfolg bei der Behandlung der Krankheit Covid-19 nach der Infektion mit dem Coronavirus die heldenhaften Bemühungen und die Arbeit des Gesundheitspersonals sind", sagte Gesundheitsminister Koca gegenüber Hürriyet. Er fügte hinzu, dass das Modell, das die Türkei entwickelt hat und derzeit umsetzt, dabei wichtige Hilfe leistet, effektiv gegen den Ausbruch zu kämpfen.

Koca erklärte, dass Ärzte in der Türkei im Gegensatz zu den Ärzten in anderen Ländern Menschen mit Symptomen wie Fieber, Halsschmerzen und Husten nicht raten, Antipyretika einzunehmen und zu Hause zu bleiben. Sie werden sofort aufgefordert, ins Krankenhaus zu gehen und dort umgehend mit der Behandlung zu beginnen. Dort wird den Verdachtsfällen auf das Coronavirus und Covid-19 Chloroquin verabreicht, ohne auf die Resultate der Testergebnisse zu warten. Darum sei die Vorgehensweise proaktiv und präventiv schon auf den bloßen Verdacht ausgerichtet.

Medikamenten-Cocktail mit nicht unproblematischen Ingredienzien

Ein weiterer Unterschied zwischen den Methoden, die die Türkei und andere Länder anwenden, bestünde darin, dass zusätzlich zu Chloroquin in den frühen Stadien der Behandlung ein Antibiotikum mit dem Namen Azithromycin verwendet wird, so Koca. In welcher Art ein Antibiotikum, welches für die Anwendung bei bakteriellen Infektionen der unteren und oberen Atemwege konzipiert ist, bei einer Virusinfektion wie dem Coronavirus und Covid-19 Hilfestellung leistet, wurde nicht erwähnt. Ärzte in der Türkei haben auch in großem Umfang und in der frühen Phase der Behandlung ein Medikament namens Favipiravir verabreicht, welches von einer Tochter von Fujifilm im Medizinbereich in Japan entwickelt wurde und das erstmals in China für intubierte Patienten Anwendung fand, sagte der Minister. Favipiravir ist in Japan unter dem Namen Avigan seit 2014 als Medikament gegen die Influenza zugelassen. Dazu war eine sehr lange Vorlaufzeit von rund drei Jahren notwendig, denn bei Tierversuchen wurde festgestellt, dass die Verabreichung bei mehreren Tierarten Missbildungen bei Ungeborenen verursachte. Darum scheidet eine Behandlung von Schwangeren und Stillenden auch kategorisch aus.

In der Türkei wird den Patienten mit Atemproblemen zu Beginn der Behandlung darüber hinaus nach Ministeriumsangaben eine Hochdruck-Sauerstofftherapie verabreicht, wodurch die Zahl der Todesfälle aufgrund von Atemversagen verringert worden sein soll. Und schließlich führte Gesundheitsminister Koca als weitere Behandlungsmethode das Liegen von Patienten mit schwerwiegenden Atemproblemen mit dem Gesicht nach unten auf ihren Betten an, welche türkische Ärzte bei der Behandlung der Krankheit anwenden. "Wir haben diese sehr einfache Methode seit Beginn der Pandemie angewendet. Andere Länder folgten diesem Beispiel und setzten diesen Ansatz ein", sagte Koca.

(ce)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.