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Gesundheitsminister der Türkei: Impfstoff aus China hat Wirksamkeit von 91 Prozent

26.12.2020 15:27 Uhr

Zwischenergebnisse aus Phase-3-Studien hätten belegt, dass ein von Chinas Sinovac entwickelter Impfstoff gegen das Coronavirus und Covid-19 zu 91,25 Prozent wirksam sein soll, teilte der türkische Gesundheitsminister Fahrettin Koca an Heiligabend mit. Er informierte die Öffentlichkeit darüber, dass die Türkei die Injektion dieses Wirkstoffs bei den anstehenden Massenimpfungen verwenden werde. Die erste Charge von 3 Millionen Dosen des Impfstoffs soll nach Angaben des Ministers voraussichtlich am 28. Dezember in der Türkei eintreffen.

Ankara unterzeichnete einen Vertrag über den Kauf von insgesamt 50 Millionen Dosen des Impfstoffes aus China. "Wir sind jetzt zuversichtlich, dass der Impfstoff für die Türken wirksam und sicher ist", sagte Koca. Fast 9 Millionen Menschen sollen in der ersten Phase geimpft werden und es könnten etwa 1,5 Millionen oder sogar 2 Millionen Menschen pro Tag geimpft werden, sagte er auf einer Pressekonferenz am 24. Dezember nach der Sitzung des Wissenschaftsausschusses des Gesundheitsministeriums. Beginnen würde man mit Angehörigen der Gesundheitsberufe, die zu den drei wichtigsten Prioritätsgruppen gehören, die im Januar, Februar und März oder spätestens im April geimpft würden, sagte Koca und fügte hinzu, dass er einer der ersten sein wird, der die Injektion erhält. Ein Vorstandsmitglied des Wissenschaftsausschusses sagte, dass während des Versuchs keine größeren Nebenwirkungen festgestellt wurden. Häufige Nebenwirkungen des Impfstoffs waren Fieber, leichte Schmerzen und leichte Müdigkeit, erklärte Professor Serhat Ünal vom Wissenschaftsausschuss.

Kauf von 1,5 Millionen Impfdosen über BioNTech in der Türkei geplant

Insgesamt 10.828 Dosen des Impfstoffs wurden mehr als 7000 Freiwilligen während der Testphase verabreicht, sagte Ünal. Forscher in Brasilien, die ebenfalls eine letzte Phase-3-Studie mit einem Impfstoff durchführen, sagten am 23. Dezember, dass ihr Impfstoff zu mehr als 50 Prozent wirksam sei. Da jedoch auf Ersuchen des Unternehmens die vollständigen Ergebnisse zurückgehalten und Fragen zur Transparenz aufgeworfen wurde, ist das mit Vorsicht zu genießen.

Die Türkei plant zudem, bis Ende März 4,5 Millionen Dosen des von Pfizer und BioNTech entwickelten Impfstoffs zu erwerben. Es sollen bis zu 1,5 Millionen Dosen im Januar geordert werden, sagte Koca ebenfalls. Laut Professor Tevfik Özlü vom Science Board arbeiten Beamte an der Planung und die Einzelheiten des Massenimpfprogramms werden in Kürze bekannt gegeben. "Die Menschen werden leicht erfahren, wann sie den Impfstoff über verschiedene Kanäle erhalten. Bei einem ordnungsgemäßen Impfvorgang wird jede Vorsichtsmaßnahme berücksichtigt", sagte Özlü. Koca sagte auch, dass die Türkei angesichts der Entstehung eines neuen, sich hochinfektiösen mutierten Coronavirus-Stammes keine neuen Beschränkungen in Betracht zöge. Die Türkei hat letzte Woche Flüge aus Großbritannien, Dänemark, den Niederlanden und Südafrika verboten. Alle Ankünfte aus Großbritannien in der Türkei seit dem 14. Dezember wurden identifiziert und mehr als 4600 Passagiere wurden in ihren privaten Wohnbereich in die Isolation geschickt, sagte Koca zuvor.

(ce)

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