epa/Philipp Guelland

Gespräche mit der AfD sind Verantwortungslos

5.11.2019 19:01 Uhr

Angesichts der schwierigen Ergebnisse der Landtagswahl in Thüringen plädieren eineige CDU-Politiker für Gespräche mit der AfD. Kritik daran kommt nun vom Zentralrat der Juden. "Die Thüringer CDU-Kommunalpolitiker, die gesprächsoffen für die AfD sein wollen, handeln verantwortungslos. Denn sie tragen dazu bei, die AfD weiter salonfähig zu machen", sagte Zentralrat-Präsident Josef Schuster dem Berliner "Tagesspiegel".

Zuvor hatten 17 Thüringer CDU-Vertreter in einem Schreiben Bereitschaft zu Gesprächen auch mit AfD und Linkspartei gefordert. Der in der Partei verbreitete "Appell konservativer Unionsmitglieder in Thüringen", über den zuerst die "Ostthüringer Zeitung" ("OTZ") berichtete, liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Er fordert von Landes-CDU, "sich aktiv am Gesprächsprozess mit ALLEN demokratisch gewählten Parteien im Thüringer Landtag (zu) beteiligen". Dabei wird eine förmliche Zusammenarbeit sowohl mit der Linken als auch der AfD ausgeschlossen, so wie es ein Bundesparteitag ausgeschlossen hat.

Kann man ein Viertel der Wähler ignorieren?

Die Funktionäre unterstützen aber ausdrücklich den CDU-Landtagsabgeordneten Michael Heym, der in der vergangenen Woche mit Blick auf das 23,4-Prozent-Ergebnis der AfD gesagt hatte: "Man tut der Demokratie keinen Gefallen, wenn man ein Viertel der Wählerschaft verprellt."

Die CDU war bei der Landtagswahl am 27. Oktober nach vorläufigem Ergebnis mit 21,8 Prozent auf Platz drei hinter der AfD gelandet. Heym kommentierte das mit den Worten: "Rechnerisch reicht es für ein Bündnis aus AfD, CDU und FDP. Ich finde, das sollte man nicht von vornherein ausschließen." Mehrere CDU-Politiker verlangten daraufhin Heyms Ausschluss aus der Partei.

(an/dpa)

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