epa/Alexey Nikolsky

Gescheiterter Putschist getötet

24.6.2019 20:41 Uhr

In Äthiopien ist der Drahtzieher des gescheiterten Putschversuches gegen eine Regionalregierung getötet worden. Der Brigadegeneral sei nahe Bahir Dar, der Hauptstadt der Region Amhara, von Sicherheitskräften getötet worden, sagte am Montag Nigussu Tilahun, der Sprecher des Regierungschefs Abiy Ahmed.

Angreifer hatten nach Angaben der Regierung am Samstag versucht, die Regierung der Region Amhara im Norden Äthiopiens zu stürzen. Dabei wurde der Präsident der Region getötet; auch der Generalstaatsanwalt der Region erlag am Montag seinen Wunden, wie es aus Krankenhauskreisen hieß. Damit zusammenhängend wurde der Chef der äthiopischen Streitkräfte in Addis Abeba von seinem Leibwächter getötet.

Internet in Äthiopien abgeschaltet

Die Regierung machte den Sicherheitschef der Regionalregierung für die Tat verantwortlich. Das Internet wurde im Land weitgehend abgeschaltet.

Die Regierung erklärte den Montag zum nationalen Trauertag. Die Opfer würden am Dienstag in Amhara und Addis Abeba beerdigt, sagte Nigussu im staatlichen Radio. UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte die Tat und sagte Regierungschef Abiy seine Unterstützung zu, wie Sprecher Stephane Dujarric mitteilte.

Der genaue Hintergrund des Vorfalls war weiterhin unklar. Der junge Regierungschef Abiy gilt seit seinem Amtsantritt vor etwas über einem Jahr als Reformer. Er hat unter anderem das Verbot mehrerer Oppositionsgruppen aufgehoben und mit dem Langzeit-Rivalen Eritrea Frieden geschlossen. Allerdings hat sich der 42-Jährige auch viele Feinde gemacht. Zudem sind im vergangenen Jahr mehrere ethnische Konflikte in dem Vielvölkerstaat wieder aufgeflammt.

(an/dpa)

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