imago images / ZUMA Wire

Gerüchtewelle um den möglichen Tod von Kim Jong Un

25.4.2020 23:23 Uhr, von Chris Ehrhardt

Die Gerüchte um den Machthaber von Nordkorea, Kim Jong Un (geschätzte 36 Jahre alt), reißen nicht ab. Zuerst hieß es, er müsse dringend operiert werden. Danach sollen Ärzte aus China eingeflogen worden sein. Und nun überschlägt sich die Gerüchteküche in den Medien weltweit, Kim Jong Un sei im Koma oder gar verstorben. Doch all das ist wegen der dünnen Newslage aus Nordkorea mit absoluter Vorsicht zu genießen.

Den Gerüchtedschungel eröffneten Meldungen des Nachrichtensender CNNs, der Machthaber aus Nordkorea sei schwer erkrankt. Dabei sollte es sich um eine Herzerkrankung handeln, die auf seinem exzessiven Zigarettenkonsum und seiner Fettleibigkeit basiere. Dem folgten die Meldungen dicht auf, dass der Machthaber sich einer lebenserhaltenden und unaufschiebbaren OP unterziehen müssen – am offenen Herzen – und dass dazu Ärzte aus China nach Nordkorea geflogen worden wären. Das wäre so, weil Kim seinen eigenen Ärzten nicht unbedingtes Vertrauen schenken würde.

Donald Trump widerspricht den Meldungen

Am Samstag bekamen alle Meldungen eine neue Dynamik. Demnach soll sich Nordkoreas Machthaber im Koma befinden – die Rede ist von einem "vegetativen Zustand", was einem Wachkoma entspräche. Das wird auf ein japanisches Boulevardblatt mit Namen "Shukan Gendai" zurückgeführt. Wäre er in diesem beschriebenen Zustand, wären Hirnschädigungen wahrscheinlich – was möglich ist, wird das Hirn durch eine schwere OP versehentlich nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Getoppt wird die Meldung aus Japan von "New York Post", denn die preschte am Samstagabend mit der Meldung voran, Kim Jong Un sei tot. Auch das ist, wie die Meldungen aus Japan, vollkommen unbestätigt. Die Post bezieht sich in ihrer Meldung auf eine Quelle aus Hongkong.

US-Präsident Donald Trump, dem ein "nahezu inniges Verhältnis" zu Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un nachgesagt wird, widerspricht jedoch allen vorangegangenen Meldungen. Aus welchen Quellen sich Trump bedient hat, der auch das Spritzen von Desinfektionsmittel als mögliches Heilmittel gegen das Coronavirus ansah, ist nicht bekannt. Nachrichten über Todesfälle aus Nordkorea sind jedoch grundsätzlich mit äußerster Vorsicht zu genießen. So wurde auch berichtet, ein enger Vertrauter von Kim Jong Un sei hingerichtet worden und Monate später tauchte dieser Mensch wieder auf – quicklebendig.

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.