epa/Mohamed Messara

Geringe Beteiligung bei algerischer Präsidentenwahl

13.12.2019 12:02 Uhr

In Algerien liegt die Wahlbeteiligung bei der Präsidentenwahl auf einem historischen Tiefstand. Insgesamt hätten knapp 40 Prozent der Wahlberechtigten Algerier ihre Stimme abgegeben, teilte der Präsident der nationalen Wahlkommission ANIE, Mohamed Charfi, in der Nacht zu Freitag mit.

Bei den Präsidentenwahlen der vergangenen 25 Jahre lag die Wahlbeteiligung zwischen 50 und 75 Prozent. Etwa 24,5 Millionen Menschen sind als Wähler im flächenmäßig größten afrikanischen Land registriert.

Proteste im Land

In einigen Städten und Gemeinden Algeriens waren die Wahlbüros am Donnerstag aus Sicherheitsgründen geschlossen worden. Vor allem in den von Berbern dominierten Regionen im Osten des nordafrikanischen Landes war es zu massiven Protesten und Ausschreitungen gegen die Wahl gekommen. In der Stadt Bouira hatten Demonstranten das Büro der Wahlkommission in Brand gesetzt, wie auf Videos in den sozialen Netzwerken zu sehen war.

Auch in der Hauptstadt Algier waren am Wahltag mehrere Zehntausend Menschen auf die Straße gegangen, um gegen die Wahl zu protestieren. Hier blieben viele Wahlbüros den Tag über leer. Das Staatsfernsehen verbreitete in der Nacht Bilder von langen Schlangen in den Wahlbüros aus dem ganzen Land. Den Tag über gingen Sicherheitskräfte massiv und mit Tränengas gegen Demonstranten vor.

Die Demonstranten lehnen die fünf zugelassenen Kandidaten ab. Sie sehen in ihnen eine Fortsetzung der alten Garde um den zurückgetretenen Präsidenten Abdelaziz Bouteflika. Nach 20 Jahren im Amt war Bouteflika aufgrund der im Februar begonnenen Massenproteste zurückgetreten. Ein Ergebnis der Wahl wird im Laufe des Freitags erwartet.

(an/dpa)

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