Symbolbild: Kim Lodbrook

Gericht hebt Verbot auf

11.6.2019 19:32 Uhr

Aktivisten zufolge hat ein Gericht in Botsuana ein Verbot gleichgeschlechtlicher sexueller Handlungen als verfassungswidrig eingestuft. Das Strafgesetzbuch in dem Land im südlichen Afrika sah dafür bislang bis zu sieben Jahre Haft vor - auch wenn das Gesetz aus der Zeit der britischen Kolonialherrschaft kaum angewendet wurde.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International erklärte am Dienstag, das Urteil sende ein starkes Signal, dass niemand aufgrund seiner sexuellen Orientierung belästigt, diskriminiert oder kriminalisiert werden dürfe.

Aufbau einer toleranten Gesellschaft

Die Organisation für Lesben, Schwule und Bisexuelle in Botsuana (Legabibo) begrüßte das Urteil als epochale Veränderung und einen "Schritt zur Wiederherstellung der Menschenwürde der LGBT-Gemeinschaft". Die Organisation war in dem Fall Nebenkläger. Chefin Anna Mmolai-Chalmers erklärte: "Jetzt können wir endlich damit beginnen, eine tolerantere Gesellschaft aufzubauen."

Das Gericht argumentierte demnach, dass freiwillige sexuelle Handlungen zwischen Erwachsenen Privatsache seien und kein Thema für den Gesetzgeber. Homosexuelle Handlungen sind immer noch in zahlreichen Ländern Afrikas illegal.

(an/dpa)