epa/Jouni Porgsanger

Geopolitische Bedeutung der Arktis

6.5.2019 19:53 Uhr

Der amerikanische Außenminister Mike Pompeo hat China vor dem unbegründeten Erheben von Ansprüchen in der Arktis gewarnt. "Nur weil die Arktis ein Ort der Wildnis ist, bedeutet das nicht, dass sie zu einem Ort der Gesetzlosigkeit werden darf", sagte Pompeo am Montag in einer Rede im finnischen Rovaniemi. Dort nimmt der Chefdiplomat von US-Präsident Donald Trump an einem Treffen der Außenminister des Arktischen Rates teil.

Mit ihren teils unentdeckten Ressourcen wie Öl und Gas werde die Region rund um den Nordpol immer stärker zu einem Gebiet der Machtansprüche und des Wettbewerbs, sagte Pompeo. Darauf müssten sich die USA einstellen. Jeder müsse sich an dieselben Spielregeln halten.

"Es gibt arktische und nicht-arktische Staaten"

China habe zwar einen Beobachterstatus beim Arktischen Rat, sei aber mehr als 1500 Kilometer von der Region entfernt, sagte Pompeo. Chinas Aussage, es sei beinahe eine arktische Nation, sei deshalb falsch. "Es gibt nur arktische und nicht-arktische Staaten." In Sachen Russland habe man etwa am Beispiel Ukraine gesehen, dass die Territorialansprüche des Kremls mit Gewalt einhergehen könnten.

Nach seiner Rede wollte Pompeo mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow zusammentreffen. Dabei wollte er Russland zum Rückzug seiner Kräfte aus Venezuela auffordern. Am Abend war ein Arbeitsessen der Außenminister des Arktischen Rates geplant, am Dienstag sollen die Minister dann eine Erklärung zum Ende des zweijährigen Ratsvorsitzes Finnlands unterzeichnen. Die Finnen hatten diesen 2017 von den USA übernommen und geben ihn nun an Island weiter. Weitere Mitglieder sind Kanada, Russland, Dänemark, Schweden und Norwegen.

(an/dpa)

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