DHA

Generation Z hält den politischen Schlüssel für die Zukunft der Türkei

19.7.2020 21:48 Uhr

Die Generation Z soll den Schlüssel für die Zukunft der Türkei halten. Millionen neuer Wähler werden im Jahr 2023 bei den Wahlen ihre Stimmzettel abgeben. Viele türkische Jugendliche werden bei den Parlamentswahlen im Jahr 2023 zum ersten Mal in ihrem Leben wählen dürfen. Sie sollen laut einer kürzlich durchgeführten Studie diejenigen sein, die den Schlüssel für die Zukunft der Türkei in ihren Händen halten. Darum werden sie im Mittelpunkt der Wahl-Kampagnen der Parteien stehen, wird von Cigdem Yilmaz in der Zeitung Milliyet beleuchtet, wie Hürriyet Daily News berichtet.

"Die Generation Z ist eine sehr politische Generation, was der landläufigen Meinung widerspricht, dass sie unpolitisch sei. Der einzige Unterschied besteht darin, dass ihre politischen Ansichten nicht festgelegt sind. Sie definieren Politik für sich zeitlich und wechselnd", sagte Murat Seker, Leiter des Stadtpolitischen Zentrums der Universität Istanbul. Gen Z, die weltweit ersten "Digital Natives", die noch nie eine Welt ohne Internet im Taschenformat erlebt haben, machen nach Angaben von Milliyet zur Wahl im Jahr 2023 rund 39 Prozent der türkischen Bevölkerung aus. Zwanzig Prozent von ihnen, also etwas mehr als fünf Millionen der türkischen Generation Z, werden bei den Parlamentswahlen in der Türkei im Jahr 2023 zum ersten Mal in ihrem Leben wählen. Eine Million von ihnen werden Neuwähler in Istanbul sein, der bevölkerungsmäßig größten Stadt des Landes.

Gen Z kennt keine Welt ohne Internet

"Seit ihrer Geburt wird das Land von derselben politischen Partei regiert", sagte Seker. Sie kennen keine Türkei ohne die regierende AKP. Deshalb ist es laut Seker wichtig zu verstehen, dass sie sich nicht für die vergangene Türkei interessieren. Vergleiche, die gemacht wurden, um zu zeigen, dass die alte Türkei nichts ist, wonach man sich sehnen muss, greifen bei der Gen Z ins Leere. Die Türken kennen das Konzept des "Vater Staat" - ein Begriff, der bedeutet, dass der Staat wie ein Vater ist, der sich um seine Bürger kümmert. Aber Gen Z sieht den Staat nicht als ihren Vater an, fügte Seker hinzu.

"Der Staat ist für sie kein Vater mehr. Sie sehen ihn als eine Organisation, der ihnen nützlich sein muss", fügte Seker hinzu. Er betonte, dass sich die Gen Z der globalen Trends bewusst und in der Lage ist, die Dinge gemäß den Mustern im Rest der Welt zu bewerten. Sie sehen die Fehler aller politischen Bewegungen und können ihre Meinung leicht ändern. Seker sagte auch, dass die Generation Z wettbewerbserfahren ist. Sie sehnen sich also nach mehr und dem, was für sie am besten ist. Sie träumen nicht davon, irgendwann in ihrem Leben ein Haus zu kaufen. Das ist ein großer Unterschied zur Generation ihrer Eltern. Sie trotzen der Idee, an einem Ort festzusitzen, wollen lieber die Welt bereisen.

Gen Z ist nicht mehr religiös

Laut einer Umfrage des City Politics Research Center interessieren sich 23 Prozent der Generation Z nicht primär für Politik. Nur zehn Prozent der Gen Z stehen überhaupt noch der Religion nahe. 78 Prozent gaben an, alles zu werten und ihre Prioritäten seien die Probleme im Bildungs- und Justizsystem des Landes. Ein 19-jähriger Jugendlicher, der nur mit den Initialen SC identifiziert werden wollte, sagte, dass ihm die Politik egal sei. "Linker oder rechter Flügel, ich habe keine Hoffnung für das Land."

"Die religiösen Überzeugungen der Menschen interessieren mich nicht. Ich berücksichtige ihr Gewissen, nicht ihre Religion", sagte ein weiterer 19-jähriger Jugendlicher, der nur als BSC genannt werden wollte. "Diejenigen, die mich, meinen Lebensstil oder meine Entscheidungen nicht respektieren, sollten nicht erwarten, dass ich sie respektiere", sagte ein 16-Jähriger. Die Gen Z ist in der Mehrheit und sie ist sich ihrer Rolle durchaus bewusst. Durch ihre Internet-Affinität wird sie Aussagen stets hinterfragen, auf Richtigkeit prüfen und schauen, ob etwas für sie einen zählbaren Nutzen hat.

(ce)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.