Symbolbild: afp

Generalstreik gegen Flüchtlingslager auf griechischen Inseln

23.1.2020 11:51 Uhr

Auf den griechischen Mittelmeer-Inseln Lesbos, Samos und Chios haben die Menschen am Mittwoch mit einem Generalstreik gegen die überfüllten Flüchtlingslager protestiert. "Wir wollen unsere Inseln zurück, wir wollen unser Leben zurück", lautete der Slogan der Protestaktion.

Die Demonstranten fordern die sofortige Ausweisung der Tausenden von Asylbewerbern auf den Inseln. Im öffentlichen Dienst wurde die Arbeit niedergelegt, später sollte es Proteste auf der Straße geben. Im größten Flüchtlingslager Moria auf Lesbos sind derzeit mehr als 19.000 Asylbewerber untergebracht. Die Einrichtung hat eine Kapazität für 2840 Menschen. Ähnlich ist die Lage auf den anderen Inseln.

Immer wieder Gewalt in Flüchtlingscamps

Menschenrechtsgruppen und Hilfsorganisationen beklagen immer wieder die Lebensumstände der Migranten.Im November hatte die griechische Regierung Pläne zum Bau größerer Flüchtlingslager auf Lesbos, Chios, Samos, Kos und Leros angekündigt, wo insgesamt derzeit knapp 42.000 Migranten und Flüchtlinge leben und es immer wieder zu Gewaltausbrüchen kommt.

Örtliche Behördenvertreter kritisierten die Pläne jedoch scharf. Sie sprachen sich für kleinere Einrichtungen aus, nachdem in den vergangenen Jahren bereits tausende Asylbewerber aufgenommen worden waren.Griechenland war im vergangenen Jahr erneut das Hauptziel von Migranten und Flüchtlingen in Europa. Nach UN-Angaben kamen mehr als 55.000 von ihnen über den Seeweg und mehr als 14.000 über den Landweg über die Türkei. Die meisten Betroffenen fliehen vor Krieg oder Armut in Syrien, Südasien und der Sub-Sahara-Region Afrikas.

(afp-eins)

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