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Generalprobe in Thailand mit Prunk und Tradition

28.4.2019 21:22 Uhr

Am 5. Mai wird Thailands neuer König gekrönt, zwei Jahre, nachdem der alte König Bhumibol verstorben ist. Die Feierlichkeiten wollen genau geplant sein. Deshalb fand bereits heute eine Generalprobe statt, die sicherstellen soll, dass nächsten Sonntag auch alles perfekt abläuft.

Militärs in farbenfrohen Hüten haben am Sonntag eine goldene Sänfte durch die Altstadt Bangkoks getragen, um für ein historisches Ereignis zu üben. Am 5. Mai wird Thailands König Maha Vajiralongkorn in der Sänfte zu seiner Krönung getragen werden, die erste seit 69 Jahren in dem südostasiatischen Königreich. Schon die Generalprobe, der tausende Schaulustige beiwohnten, strotze nur so von Prunk und Tradition. Ein farbenfrohes Aufgebot traditioneller Gewänder war zu sehen, von spitzen roten Hüten bis zu bauschigen goldgelben Helmen. Soldaten trugen bestickte mehrstufige Schirme und marschierten im Gleichschritt zu Trommelschlägen. Auch Junta-Chef Prayut Chan-O-Cha nahm in vollem Ornat an der Probe teil.

Zeremonie über drei Tage

Die Krönungszeremonie des 66-Jährigen zieht sich vom 4. bis zum 6. Mai und gilt als wichtigstes Ereignis des Jahres in Thailand. Vajiralongkorns Vater Bhumibol Adulyadej, der den Thron 1950 bestiegen hatte, war vor zwei Jahren gestorben. Die Sänfte mit dem König wird am nächsten Sonntag vom Großen Palast durch das historische Alstadtviertel Bangkoks getragen, damit die Menschen dem Monarchen huldigen können. Der 51-jährige Fabrikarbeiter Somchai Weerathamsathit wartete am Sonntag zwei Stunden, um die Generalprobe sehen zu können. "Es ist eine wichtige Zeremonie, die ich noch nie zuvor in meinem Leben gesehen habe", begründete er sein Ausharren in der prallen Sonne. Seit Wochen tragen Staatsangestellte gelbe Kleidung, da gelb als die Farbe des Königs gilt. Auch Nachrichtensprecher tragen während der Sendung gelbe Kleidung. Die Monarchie, eine er reichsten der Welt, gilt in Thailands Gesellschaft als heilig. Vor Kritik wird sie durch harte Gesetze mit drakonischen Strafen für Majestätsbeleidigung geschützt.

(be/afp)