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Geldtransporter-Fahrer-Streik geht in die zweite Runde

3.1.2019 7:19 Uhr

Die Geldtransporter-Fahrer in Deutschland setzen ihren gestern bundesweit begonnenen Warnstreik auch heute fort. Daher ist zu erwarten, dass viele Geldautomaten und Geschäfte in Deutschland voraussichtlich auch heute nicht mit Bargeld versorgt werden.

Nach einem gestrigen bundesweiten Warnstreik von Geldtransporter-Fahrern hat die Gewerkschaft Verdi erneut dazu aufgerufen, die Arbeit befristet niederzulegen. Für Verbraucher hatten die Ausstände bislang kaum Folgen, erklärte die Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste. Punktuell könne es demnach aber vorkommen, dass sich die Belieferung von Bargeld an Geldautomaten verzögerte. Die fünfte Tarifrunde ist heute in Berlin geplant.

Mehr Streikende als erwartet

Verdi-Verhandlungsführer Arno Peukes sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass mehr Fahrer von Geldtransportern, Geldzähler und Vorbereiter in den Streik getreten seien, als die Gewerkschaft erwartet habe. Zahlreiche Banken bekamen schon gestern kein frisches Bargeld, Händler konnten teilweise die Tageseinnahmen nicht abholen lassen.

"Flächendeckend halten sich die Auswirkungen für Verbraucher in Grenzen", sagte Silke Wollmann, Sprecherin der Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste (BDGW). Vor allem in den östlichen Bundesländern sei die Streikbeteiligung vielerorts gering oder sogar bei null gewesen. In Bayern dagegen fielen nach Angaben des zuständigen Verdi-Vertreters rund 80 Prozent der geplanten Geldtransporte aus.

Wird es eine Bargeldknappheit geben?

Die BDGW-Sprecherin gibt Entwarnung: "Es gibt keine Bargeldknappheit im Handel oder überlaufende Tresore in den Supermärkten - auch nicht bei drei Streiktagen". Es könne aber passieren, dass einem Automaten mal die Scheine ausgingen und Kunden dann zum nächsten müssten. Mit den bundesweiten Warnstreiks will Verdi den Druck in der laufenden Tarifrunde erhöhen. Die Tarifverhandlungen für die 12.000 Beschäftigten der Branche werden am Donnerstag und Freitag in Berlin fortgesetzt.

Was fordert Verdi?

Verdi fordert eine Erhöhung des Stundenlohns um 1,50 Euro für zwei Jahre in Folge sowie die Angleichung der Gehälter in den neuen Bundesländern. Laut Verdi liegen die Gehälter für die Geldzähler und Geldtransportfahrer im Osten bei 1800 bis 2400 Euro und im Westen bei 2200 bis 2900 Euro brutto pro Monat. Außerdem soll eine Allgemeinverbindlichkeit des Tarifvertrages für die gesamte Branche erreicht werden.

(ac/dpa)

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