Symbolbild: epa/Toms Kalkin

Geldstrafe nach verhinderter Abschiebung

7.11.2019 0:33 Uhr

Weil sie die Abschiebung eines Afghanen mit einem Flugzeug verhindert hat, ist eine junge Schwedin auch in einem neu aufgerollten Verfahren zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Sie muss Tagessätze in Höhe von insgesamt 4200 schwedischen Kronen (rund 395 Euro) zahlen, wie das Bezirksgericht von Göteborg am Mittwoch entschied.

Der Verteidiger der Frau kündigte laut der Zeitung "Göteborgs-Posten" umgehend Berufung an.

Am 23. Juli 2018 hatte Ersson in Göteborg eine Passagiermaschine von Turkish Airlines aufgehalten und die Aktion live auf Facebook geteilt. Die Aufnahme ging viral. Indem sie sich weigerte, auf dem Flug Richtung Istanbul ihren Platz einzunehmen, wollte sie die Abschiebung eines jungen Afghanen in seine Heimat verhindern.

Afghane saß im Gefängnis

Der Mann war jedoch nicht an Bord, sondern ein anderer Afghane, der nach dem Absitzen einer Gefängnisstrafe in sein Heimatland ausgewiesen werden sollte. Der Mann und Ersson verließen die Maschine schließlich auf Anweisung des Flugpersonals, das Flugzeug hob mit Verspätung ab. Der Afghane von dem Flug wurde später in sein Heimatland abgeschoben.

Das schwedische Berufungsgericht hatte ein im Februar gefälltes Urteil des Bezirksgerichts gegen die Frau wegen der Befangenheit eines Schöffen für ungültig erklärt. Deshalb wurde der Fall nun noch einmal behandelt. Damals war die heute 22-jährige Elin Ersson wegen Verstoßes gegen das schwedische Luftfahrtgesetz zu einer Geldstrafe von umgerechnet 290 Euro verurteilt worden. Sie hatte abgestritten, mit ihrer Aktion eine Straftat begangen zu haben. Sie warnte davor, eine Abschiebung in ein Kriegsland könne für die Ausgewiesenen den Tod bedeuten.

(an/dpa)

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