epa/Jim Lo Scalzo

Geldmarkt gestützt

18.9.2019 15:16 Uhr

Am US-Geldmarkt wird das Geld knapp. Nun hat die amerikanische Notenbank reagiert. Erstmals seit der schweren Finanzkrise vor rund zehn Jahren musste die Zentralbank auf dem Interbankenmarkt intervenieren. Am Dienstagabend (MESZ) stellte sie den Geschäftsbanken über spezielle Wertpapiergeschäfte 53,2 Milliarden US-Dollar zur Verfügung. Zugleich kündigte sie an, am Mittwoch ein weiteres Geschäft dieser Art durchzuführen.

Grund für den Sondereinsatz der Notenbank ist ein Mangel an Liquidität auf dem amerikanischen Geldmarkt. Dort handeln die Banken mit nicht benötigten Finanzmitteln. Als mögliche Gründe für den Mangel vermuten Experten Steuerzahlungen der Unternehmen und Käufe neuer Staatsanleihen durch amerikanische Banken. Aufgrund der hohen Haushaltsdefizite der USA ist das Angebot an neuen US-Staatsanleihen derzeit hoch.

Zinsatz steigt auf zehn Prozent

Der Zinssatz am amerikanischen Interbanken- oder Geldmarkt war am Dienstag in der Spitze auf zehn Prozent gestiegen. Das ist das Vierfache der Obergrenze von 2,25 Prozent, die die US-Notenbank mit ihrer Geldpolitik anstrebt. Die Leitzinsspanne der Fed von gegenwärtig 2,0 bis 2,25 Prozent gibt die Spanne vor, zu der die Banken am Geldmarkt überschüssige Liquidität handeln sollen. Nach dem Eingreifen der Notenbank ging der Geldmarktzins wieder zurück.

Die Frage ist, ob das Liquiditätsproblem weiterhin auftritt und wie die US-Notenbank darauf reagieren würde.

(an/dpa)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.