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Gelbwesten: Französischer Ex-Boxprofi wegen Polizisten-Attacke vor Gericht

13.2.2019 17:58 Uhr

Der ehemalige Boxprofi Christophe Dettinger hat bei einer Gelbwesten-Demonstration zwei Polizisten attackiert. Der Boxer zeigt sich reuig. Ihm sei bei der Demonstration vor gut einem Monat die "Wut gekommen", als er sah, wie die Polizei Menschen niedergeknüppelt und mit Tränengas beschossen hätten.

Der Prozess gegen den 37-Jährigen begann am Mittwoch in Paris. Dettinger drohen bis zu sieben Jahre Haft, weil er zwei Polizisten am 5. Januar am Rande einer "Gelbwesten"-Demonstration in der französischen Hauptstadt attackiert hatte.Der ehemalige französische Meister im Halbschwergewicht von 2007 und 2008 ist für viele "Gelbwesten" zu einer Symbolfigur geworden, Videoaufnahmen seiner Attacke wurden vielfach in sozialen Netzwerken geteilt. Im Gerichtssaal war es dementsprechend voll. Dettinger erschien mit kahl rasiertem Schädel und Schnurrbart.

Online-Spenden zur Deckung der Gerichtskosten

Vor Prozessbeginn hatte er sich reumütig über die Tat gezeigt. Er sagte in einem YouTube-Video, ihm sei die Wut gekommen, weil die Polizisten Menschen niedergeknüppelt und mit Tränengas beschossen hätten. Bei einer Online-Spendenaktion zur Deckung seiner Gerichtskosten kamen mehr als 120.000 Euro zusammen. Eine Gegenkollekte für verletzte Polizisten bei "Gelbwesten"-Protesten erzielte sogar mehr als eine Million Euro.

(be/dpa)