Geisterspiele wegen des Coronavirus - ja oder nein?

10.3.2020 10:30 Uhr

Der deutsche Fußball und die Behörden tun sich schwer, eine einheitliche Linie im Umgang mit der Ausbreitung des Coronavirus zu finden. Dabei ist die Empfehlung von Gesundheitsminister Jens Spahn, Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern offensiver abzusagen, eigentlich klar.

Heute müssen aber müssen Entscheidungen her, speziell mit Blick auf das rheinische Derby zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln. Die Partie ist am Mittwoch für 18.30 Uhr angesetzt.

Klare Ansage von Laumann

Schon die Austragung des Gladbacher Heimspiels gegen Borussia Dortmund am Wochenende hatte für Kritik gesorgt. Das Stadion liegt keine zehn Kilometer vom Kreis Heinsberg entfernt, der bundesweit am stärksten vom Coronavirus betroffen ist. Am Montag hatte es dort auch den ersten Todesfall im Zusammenhang mit dem Virus gegeben.

Karl-Josef Laumann (CDU), Gesundheitsminister in Nordrhein-Westfalen, hatte angekündigt, die Empfehlung von Spahn umzusetzen. Das würde auch das Revierderby zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke am Wochenende betreffen. Zuständig sind in NRW aber die Gesundheitsämter.

Bayern macht ernst

Die bayerische Staatsregierung will Veranstaltungen mit mehr als 1000 Gästen zunächst bis Karfreitag untersagen. Das soll heute auch formell beschlossen werden. Damit wäre auch das Achtelfinal-Rückspiel des FC Bayern in der Champions League gegen den FC Chelsea in der kommenden Woche betroffen.

Wie es ist, vor leeren Rängen zu spielen, kann der BVB bereits am Mittwoch testen, wenn das Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League bei Paris Saint-Germain ohne Publikum angepfiffen wird. Das Königsklassen-Heimspiel von RB Leipzig gegen Tottenham Hotspur soll dagegen am heutigen Dienstagabend vor vollen Rängen ausgetragen werden.

Hamburgs Sportstaatsrat hofft auf einheitliche Linie

In Frankreich haben die Behörden für mehr Klarheit gesorgt. Das Verbot von Versammlungen von mehr als 1000 Menschen bis zum 15. April gilt auch für Sportveranstaltungen. Das hatte Sportministerin Roxana Maracineanu klargestellt. In Italien soll es sogar bis zum 3. April überhaupt keine Sportveranstaltungen geben, das empfahl am Montag das Nationale Olympische Komitee (Coni).

Hamburgs Sportstaatsrat Christoph Holstein hofft, dass die Deutsche Fußball Liga zu einer einheitlichen Linie kommt. "Wenn die führenden Sportverbände sagen würden: Wir machen das jetzt so - das könnte die Deutsche Fußball Liga -, dann wäre den Ländern und Kommunen die Entscheidung abgenommen", sagte Holstein dem Radiosender NDR 90,3.

(bl/dpa)

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