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Gegen festgenommenen Kapitän wird bereits in den Niederlanden ermittelt

6.6.2019 20:34 Uhr

Vor gut einer Woche kam es auf der Donau zu einem tödlichen Schiffsunglück. Nun werden neue Vorwürfe gegen den Kapitän des beteiligten Kreuzfahrtschiffes bekannt. Der Mann habe bereits am 1. April in der nähe der niederländischen Stadt Terneuzen mit einem anderen Schiff der Reederei Viking einen Öltanker gerammt, wie ungarische Medien berichten. Die Budapester Staatsanwaltschaft bestätigte am Donnerstag, dass gegen den 64-jährigen Ukrainer wegen des Vorfalls in den Niederlanden ebenfalls ermittelt wird.

Die Staatsanwaltschaft bestätigte unter Berufung auf Angaben der europäischen Justizbehörde Eurojust, dass in den Niederlanden gegen den Mann ermittelt werde. Zu dem Vorfall selbst macht sie aber keine Angaben.

Kapitän wurde verhaftet

Der Kapitän war nach dem Unglück auf der Donau verhaftet worden. In Ungarn wird gegen ihn wegen einer Gefährdung des Schiffsverkehrs mit Todesfolge ermittelt. Seine Anwälte waren am Donnerstag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Zwei Tage nach dem Unglück hatten sie erklärt, der 64-Jährige sei wegen den Unfalls "am Boden zerstört", er habe aber keinen Fehler gemacht. Das Flusskreuzfahrtschiff "Viking Sigyn" war am Mittwoch vergangener Woche auf einem bei Touristen beliebten Abschnitt der Donau im Stadtzentrum von Budapest mit einem kleineren Ausflugsboot zusammengestoßen. Das kleine Boot mit 33 südkoreanischen Passagieren und zwei Besatzungsmitgliedern an Bord sank innerhalb weniger Sekunden. Nur sieben Insassen konnten sich retten.

17 Leichen geborgen, elf weiter vermisst

Die Zahl der geborgenen Toten ist mittlerweile auf 17 gestiegen. Am Donnerstag wurden nach Angaben der ungarischen Behörden die Leichen von zwei weiteren südkoreanischen Urlaubern identifiziert. Elf Menschen wurden noch vermisst - neun Südkoreaner und die beiden ungarischen Besatzungsmitglieder. Wegen der starken Strömung konnten Taucher bisher nicht ins Innere des Schiffswracks vordringen. Am Mittwoch traf in Budapest zwar ein Kran ein, mit dem das Wrack aus der Donau gezogen werden soll. Dies wird jedoch frühestens am Wochenende möglich sein, wenn der Pegelstand der Donau gesunken ist.

(be/afp)