dpa

Geflüchteter Häftling aus JVA Werl - Keine heiße Spur

25.3.2019 17:36 Uhr

Von dem als gefährlich eingestuften Häftling, der vor fünf Tagen aus der Sicherungsverwahrung der JVA Werl geflüchtet ist, fehlt jede Spur.

Man habe zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung erhalten, die aber noch nicht alle ausgewertet seien, sagte ein Polizeisprecher am Montag in Bielefeld. "Neuralgische Punkte" wie Bahnhöfe oder öffentliche Plätze und frühere soziale Kontakte des Sicherungsverwahrten würden besonders überprüft. Es gebe zudem Schutzmaßnahmen für bestimmte Personen "unter anderem aus dem Justizbereich", die als möglicherweise gefährdet einzustufen seien. Genauere Angaben wollte der Sprecher dazu nicht machen.

Medien berichten von Todesliste des Serien-Gewalttäters

Medien hatten von einer Todesliste berichtet und von Äußerungen des Serien-Gewalttäters, er wolle mehrere Menschen umbringen. Er war am vergangenen Mittwoch bei einem Familienbesuch in Bad Salzuflen zwei begleitenden Beamten entkommen und mit dem Auto der Eltern geflüchtet. Seit Donnerstag wird europaweit nach dem Mann gefahndet.

Man habe "keinerlei" Erkenntnisse über eine Todesliste, betonte Jörg-Uwe Schäfer von der JVA-Leitung. Therapeuten und Bedienstete seien befragt, die Zelle des Flüchtigen und weitere Räume auf den Kopf gestellt, Personalakten und Dokumentationen durchforstet worden. Hinweise auf eine Adressliste, Flucht- oder Tötungsabsichten gebe es nicht. Der im ostwestfälischen Herford geborene Mann habe nach mehreren Straftaten 2014 einen Mann ins Bein geschossen, sei seit Januar 2015 ununterbrochen in Haft und seit März 2018 in Sicherungsverwahrung gewesen.

(gi/dpa)