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Geflüchtete Saudi-Araberin Rahaf al-Kunun deaktiviert Twitter-Konto

11.1.2019 16:23 Uhr

Nachdem sie über Twitter die Weltgemeinschaft auf die ihr drohende Abschiebung aufmerksam machen konnte, hat Rahaf Mohammed al-Kunun nun ihr Twitter-Konto deaktiviert, wahrscheinlich wegen der zahlreichen Morddrohungen, die sie über den Kurznachrichtendienst erreichten.

Die nach Thailand geflohene Saudi-Araberin hatte mithilfe ihrer Twitter-Botschaften durchgesetzt, dass sie nicht zu ihrer Familie zurückkehren muss - am Freitag aber schaltete die 18-Jährige ihr Konto plötzlich ab. Zum letzten Mal meldete sie sich mit einer etwas kryptischen Kurzbotschaft: "Ich habe einige gute Nachrichten und einige schlechte Nachrichten", erklärte sie, kurz danach war ihr Konto deaktiviert. Nach Angaben von Phil Robertson von Human Rights Watch hatte Rahaf Morddrohungen erhalten. Näheres wisse er nicht, sagte Robertson. Doch auch Drohungen von Internettrollen müssten ernstgenommen werden.

100.000 Follower innerhalb kürzester Zeit

Die 18-Jährige war am vergangenen Wochenende auf der Flucht vor ihrer Familie von der thailändischen Einwanderungsbehörde am Flughafen Bangkok gestoppt worden. Mit Hilfe eines rasch eingerichteten Twitter-Kontos, dem bald 100.000 Nutzer folgten, konnte sie jedoch ihre Abschiebung verhindern. Inzwischen befindet sich Rahaf in der Obhut des UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR in Bangkok. Ihren Unterstützern zufolge schaltete sie ihr Twitter-Konto selbst ab.

(be/afp)