Gefälschte E-Mail über Verteidigungsminister Litauens im Umlauf

12.4.2019 19:24 Uhr

Über Verteidigungsminister Litauens Raimundas Karoblis ist eine gefälschte E-Mail in Umlauf gebracht worden, wonach er in eine Korruptionsaffäre verwickelt ist. Das Verteidigungsministerium in Vilnius teilte am Freitag mit, Unbekannte hätten eine E-Mail an staatliche Institutionen versandt, derzufolge Karoblis bei einem Rüstungsgeschäft mehr als eine halbe Million US-Dollar Bestechungsgeld angenommen habe.

Der Absender der E-Mail, die auch Links zu Schadsoftware enthielt, stellte sich demnach als angeblicher Mitarbeiter des Ministeriums vor. Zu den Empfängern gehörten die Präsidialkanzlei, Ministerien und das Parlament des baltischen EU- und Nato-Landes, teilte das staatliche Zentrum für Cybersicherheit mit.

Die Lüge wurde auch über soziale Medien vebreitet

Ergänzend sei auf der Webseite des lokalen Internetportals eine inzwischen entfernte Falschnachricht über angebliche Ermittlungen gegen Karoblis platziert worden, die sich auch über soziale Netzwerke verbreitete.

Das Verteidigungsministerium kündigte eine Untersuchung an. "Dieser Vorfall ist nur ein weiterer Beleg dafür, dass wir im Zeitalter der Technologie unter den Bedingungen des Cyberkriegs leben", sagte Karoblis. Er war bereits Anfang 2018 das Opfer einer ähnlichen Cyberattacke geworden.

(an/dpa)