epa/Julien Warant

Gefahr im Golf noch nicht gebannt

19.6.2019 20:29 Uhr

In Paris hat Bundesaußenminister Heiko Maas vor einer Eskalation der Irankrise gewarnt. „Die Lage ist nach wie vor ernst. Die Kriegsgefahr am Golf ist nicht gebannt“, sagte der SPD-Politiker nach der Teilnahme an einer französischen Kabinettssitzung am Mittwoch im Élyséepalast.

Maas betonte an der Seite seines französischen Amtskollegen Jean-Yves Le Drian, es gebe eine gemeinsame deutsch-französische Haltung. Es werde mit allen Seiten gesprochen, auch mit den Amerikanern. Es gelte der Grundsatz „Diplomacy first“ („Diplomatie zuerst“). „Wir sind beunruhigt“, sagte Le Drian. „Es gibt noch Zeit“, fügte er hinzu.

Maas musste Paris-Besuch verschieben

Nach den mysteriösen Angriffen auf zwei Tanker im Golf von Oman hatten die USA den Druck auf den Iran erhöht. Dem amtierenden US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan zufolge sollen zu „Verteidigungszwecken“ rund 1000 weitere Soldaten in den Nahen Osten entsandt werden. Die USA werfen dem Iran vor, für die ungeklärten Zwischenfälle am Golf verantwortlich zu sein.

Maas' Besuch in Paris war schon zu Monatsbeginn geplant gewesen, dann aber wegen der SPD-Krise verschoben worden. Le Drian nahm bereits Ende März an einer Kabinettssitzung in Berlin teil. Beide Länder hatten im Januar in Aachen ihren Freundschaftsvertrag erneuert.

(an/dpa)

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