Gefahr für Radfahrer und Fußgänger: Parkende Autos und "Dooring"

16.7.2020 14:00 Uhr

Zahlreiche Radfahrer verunglücken täglich in Deutschland - und fast jeder fünfte Fall hängt einer Studie zufolge mit parkenden Autos zusammen. Dieses Problem des sogenannten "Dooring" ist bisher kaum erforscht und wird auch unterschätzt.

Bei der für Radfahrer häufigen Unfallursache "Dooring" reißt der Autofahrer in dem meisten Fällen nach links unachtsam seine Fahrertür Richtung Straße auf, der Radfahrer hat keine Chance zu bremsen, kollidiert mit der Tür und stürzt mit voller Wucht zu Boden.

"Und das bedeutet in der Regel schwere Verletzungen weil das natürlich ein harter Gegenstand ist mit scharfen Kanten."

Das Problem nehme zu, weil der Radverkehr auch häufiger auf die Fahrbahn verlegt werde, sagt der Leiter Unfallforschung der Versicherer Siegfried Brockmann. Der Sicherheitsabstand zwischen solchen Radverkehrsanlagen und den Parkstreifen müsse vergrößert werden. Dabei wäre es so leicht einen "Dooring"-Unfall zu vermeiden.

"Der holländische Griff heißt, dass ich mit der rechten Hand die Tür öffnen. Was immer bedeutet, dass ich automatisch eine Bewegung in diese Richtung mache. Das dient der Sensibilisierung, aber das reicht im Zweifel als Bewegung nicht aus. Man muss weiter nach hinten schauen, dass ich diesen ganzen 10-Meter-Bereich überblicke, und wenn ich mich nicht so weit umblicken kann, dann muss ich durch mehrfachen Spiegelblick das Problem lösen."

Bundesweit kamen 2019 jeden Tag zwei bis drei Radfahrer oder Fußgänger im Straßenverkehr ums Leben, 60 wurden täglich schwer und 260 leicht verletzt. Rund 18 Prozent aller Rad- oder Fußgängerunfälle stehen laut GVD im Zusammenhang mit - entweder legal oder ordnungswidrig - geparkten Fahrzeugen

(it/dpa)