Symbolbild: imago images/ZUMA Press

Gedenktag für Völkermord an Jesiden

3.8.2019 16:42 Uhr

Der dritte August wurde nun von den Kurden zum Gedenktag der Jesiden erklärt. Damit soll an den Vormarsch des Islamischen Staates und den damit einhergehenden Völkermord vor fünf Jahren erinnert werden.

Das Parlament der kurdischen Autonomiegebiete in Erbil stimmte am Samstag dafür, künftig jährlich an die damaligen Ereignisse zu erinnern. IS-Anhänger hatten vor fünf Jahren die vor allem von Jesiden bewohnte Region um das Sindschar-Gebirge überrannt. Am 3. August besetzte die Terrormiliz die gleichnamige Stadt.

Tausende Jesiden versklavt

Zehntausende Menschen flohen damals vor den Dschihadisten und harrten tagelang bei hohen Sommertemperaturen im Gebirge aus. Tausende jesidische Männer wurden von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) umgebracht, Frauen und sowie Kinder verschleppt und versklavt. Rund 3000 werden noch heute vermisst. Als Reaktion auf das brutale Vorgehen begannen die USA mit Luftangriffen auf die Extremisten.

Ein UN-Ermittlungsbericht kam 2016 zu dem Schluss, dass der IS einen Völkermord an den Jesiden begangen habe. Die Dschihadisten verfolgen die Mitglieder der religiösen Minderheit als angebliche "Teufelsanbeter". Nach der Rückeroberung des Sindschar-Gebirges im November 2015 tauchten Dutzende Massengräber auf.

Der kurdische Ministerpräsident Masrur Barsani sagte den Jesiden am Samstag Hilfe bei der Rückkehr in die Sindschar-Region sowie Entschädigungen für Opfer zu, wie die kurdische Nachrichtenseite Rudaw berichtete. Anhänger der religiösen Minderheit und Aktivisten beklagen, dass große Teile des Gebiets noch immer zerstört sind. Zehntausende Vertriebene konnten bislang nicht in die Heimat zurück.

(an/dpa)

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