afp

Gebeine von früherem Diktator Franco werden exhumiert

24.10.2019 12:55 Uhr

Am Donnerstag haben die Arbeiten für die Exhumierung des früheren spanischen Diktators Francisco Franco begonnen. Sein Grab wurde im Beisein seiner Familie nahe Madrid geöffnet. Jetzt sollen die sterblichen Überreste umgebettet werden.

Der Leichnam des 1975 gestorbenen Diktators soll anschließend per Hubschrauber zum staatlichen Friedhof von Pardo gebracht und dort bestattet werden. Auf dem Friedhof 20 Kilometer nördlich von Madrid ist bereits Francos Frau beerdigt. Über die letzte Ruhestätte für den früheren Diktator war in Spanien lange gestritten worden. Das Oberste Gericht des Landes hatte vergangenen Monat eine Berufung von Francos Angehörigen gegen die Exhumierung zurückgewiesen. Sein monumentales Mausoleum im Valle de los Caídos (Tal der Gefallenen), das der Diktator selbst hatte bauen lassen, war seit Jahren eine Pilgerstätte für Rechtsextreme.

Franco nicht länger "verherrlichen"

Der Umgang mit der Franco-Diktatur spaltet das Land bis heute. Spaniens sozialdemokratischer Regierungschef Pedro Sánchez setzte sich seit seinem Amtsantritt im Juni 2018 dafür ein, den Leichnam umzubetten. Franco dürfe nicht länger "verherrlicht" werden, argumentierte Sánchez. Die Umbettung sei "ein großer Sieg der Würde, der Erinnerung, der Gerechtigkeit, der Wiedergutmachung und damit der spanischen Demokratie", sagte der Ministerpräsident am Mittwoch. Franco war als Sieger aus dem Bürgerkrieg von 1936 bis 1939 zwischen seinen rechten Putschisten und den Anhängern der republikanischen Regierung hervorgegangen; er regierte Spanien bis zu seinem Tod am 20. November 1975 mit harter Hand.

(be/afp)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.