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GDL spricht nach Trunkenheitsfahrt eines Lokführers von "Einzelfall"

10.1.2019 18:39 Uhr

Der Lokführer, der volltrunken und mit 250 km/h seine Haltestelle verpasst hat, sei laut GDL ein "Einzelfall" - und vorerst ohne Triebfahrzeugführerschein.

Der Chef der Lokführergewerkschaft, Claus Weselsky, sagte am Donnerstag dem Sender MDR, weder Alkohol noch Drogen würden im Dienst toleriert. "Wir können ganz klar sagen, dass es ein Einzelfall ist", sagte Weselsky.Der ICE 993 auf dem Weg von Hamburg nach Leipzig war am späten Dienstagabend am Bahnhof Lutherstadt-Wittenberg in Sachsen-Anhalt ohne Halt vorbeigerauscht. Die angeforderte Polizei stellte vor Ort einen Wert von 2,5 Promille bei dem Lokführer fest, wie ein Sprecher der Bundespolizei am Donnerstag sagte. "Keiner darf mit 2,5 Promille Alkohol einen Zug führen, vor allem nicht einen ICE", stellte er klar.

Lokführer wird in näherer Zukunft nicht eingesetzt

Die Bahn bestätigte den Vorfall und erklärte, der Mitarbeiter werde "bis auf Weiteres nicht mehr eingesetzt". Alkoholkonsum sei bei der Bahn "ganz selbstverständlich überall im Unternehmen tabu", sagte eine Sprecherin. In den Führerständen der Züge gelte eine Null-Promille-Grenze. Bei Verstößen wird den Betroffenen der Bahn zufolge der Triebfahrzeugführerschein abgenommen und dem Eisenbahnbundesamt übergeben. Um ihn zurückzubekommen, müssen die Betroffenen mehrere Gesundheitsuntersuchungen bestehen.Weselsky sagte dem MDR zu dem Vorfall, jeder wisse, dass er vor Dienstbeginn fahrdiensttauglich sein müsse. "Und dazu gehört keinerlei Einfluss von Alkohol und Drogen."

Betrunkene Zugführer ein "No-Go"

Die Bahn wolle ihren Kunden eine sichere Zugfahrt gewährleisten und da sei ein betrunkener Zugführer "ein absolutes No-Go". Im Unternehmen gebe es Suchtberater, die verantwortungsbewusst mit Problemen umgingen.Der Lokführer des ICE wurde am Dienstagabend dann in Bitterfeld abgelöst. Fahrgäste mit dem Ziel Wittenberg mussten mit dem nächsten Zug wieder zurückfahren.

(be/afp)

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