Hürriyet

Gazprom will über TurkStream Gas nach Europa liefern

26.12.2020 18:05 Uhr

Der russische Energiekonzern Gazprom und seine türkischen Partner führen derzeit Gespräche darüber, wie die TurkStream-Pipeline Gas nach Europa liefern kann, sagte Elena Burmistova, Geschäftsführerin der Gazprom Export Holding.

"Wir führen Gespräche mit unseren türkischen Kollegen über das komplexe Thema", sagte sie in einer Konferenz mit Investmentbanken. Sollte das Land weiterhin einen geringeren Gasbedarf haben, erwäge Gazprom einen Teil des TurkStream-Gases weiter nach Europa zu liefern.

Hälfte der Kapazitäten für die Türkei

Die kommerziellen Lieferungen über die TurkStream-Pipeline begannen am 1. Januar. Sie besteht aus zwei 930 Kilometer langen Offshore-Linien, die sich von Russland über das Schwarze Meer in die Türkei erstrecken und zwei separaten Onshore-Linien. Die Hälfte der Pipelinekapazitäten von 31,5 Milliarden Kubikmetern (bcm) ist für den türkischen Binnenmarkt vorgesehen, die andere Hälfte soll über Bulgarien in europäische Länder geliefert werden.

Im Juni kündigte ein ungarisches Unternehmen an, sich dem Turk-Stream-Projekt anzuschließen und den Bau einer neuen serbisch-ungarischen Gasverbindungsleitung umfasst. Die Gaskäufe in der Türkei sind seit 2019 aus mehreren internen Gründen erheblich zurückgegangen, was auch an der Versorgung mit Flüssiggas (LNG) liegt.

Türkei hat große Reserven in Tuna 1

Ankara importierte im vergangenen Jahr 45,3 Milliarden Kubikmeter Erdgas für einen Preis von rund 12 Milliarden US-Dollar. Die größten Gaslieferer waren Russlands, Aserbaidschan und Iran. Beim Flüssiggas führten Katar, Nigeria, Algerien und die USA.

Die Türkei hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil von LNG von 28 Prozent im Jahr 2019 auf rund 33 Prozent im Jahr 2020 zu erhöhen. Dafür hat Ankara seine Terminalinfrastruktur für LNG und Floating Storage Regasification United (FSRU) erweitert und damit mehr als 40 Prozent seines Erdgasbedarfs durch LNG-Importe decken zu können. Außerdem hat die die Türkei ihre größten Erdgasreserven in der Tuna-1-Quelle im Schwarzen Meer gefunden. Ihr Vorrat wird auf 405 Milliarden Kubikmeter geschätzt.

(an)

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