DHA

Galatasaray vergeigt Auftakt bei Denizlispor

16.8.2019 22:18 Uhr, von Chris Ehrhardt

Das wird sich Trainer Fatih Terim von Galatasaray Istanbul sicher ganz anders vorgestellt haben. Ein Auftaktspiel zur Saisoneröffnung der türkischen Süper Lig beim Aufsteiger Denizlispor sollte für den Rekordmeister und Double-Gewinner des Vorjahres eigentlich wie ein Geschenk sein. War es nicht und es gab für die Löwen von den Hähnen auf die Ohren. Mit 2:0 schoss Denizli den Rekordmeister vom Platz.

Bereits mit dem Anpfiff sah man, dass da noch reichlich Sand im Getriebe des Vorjahresmeisters der Süper Lig steckt. Galatasaray mühte sich zwar redlich, aber jeden echten Angriffsfluss stoppten leichte Abspielfehler oder ein Stellungsspiel, was furchterregend schlecht war. Und man merkte, vor Hugo Rodallega hatten die Löwen massiven Respekt. Doch dann schien es für den Double-Gewinner nach Plan zu laufen. Mbaye Diagne und Oguz Yilmaz kämpften in der Box um den Ball und Diagne fiel – wie auch der Referee, nämlich darauf rein. In der 23. Minute gab es dann Elfer für den Meister, was aber vom VAR geprüft wurde. Dass der Videoschiedsrichter die haltlose Entscheidung des Schiedsrichters bestätigte, war unfassbar. Noch weit unfassbarer war dann jedoch, was Selcuk Inan, der den Elfer in der 29. Minute trat, veranstaltete. Der Strafstoß wurde von Inan so pomadig, lustlos und schwach getreten, dass Keeper Stachowiak kaum Mühe hatte, das laue Lüftchen zu parieren.


Doch es kam noch dicker für die Löwen. Denizli drehte nun mehr auf und die Hintermannschaft des türkischen Meisters kam unter Druck. Da musste dann auch mal rustikal verteidigt werden – was aber wiederum der Unparteiische nicht mochte. So zeigte er binnen neun Minuten Marcao zweimal den gelben Karton für angeblich zu harten körperlichen Einsatz und der durfte dann unter die Dusche. Somit musste Galatasaray mehr als eine Halbzeit mit neun Feldspielern auskommen. Das war es dann auch in der ersten Hälfte und es ging mit 0:0 in die Pause.

Galatasaray ließ jeden Mumm vermissen

In der zweiten Hälfte tröpfelte das Spiel eher vor sich hin. Der Meister mit einer sehr hohen Fehlerquote bei den Zuspielen und die Hausherren erst einmal planlos, wie sie es nutzen könnten. Aber die Ballgewinne durch die Zuspielfehler der Löwen brachten die Hausherren immer wieder in Schusspositionen und die hielten fröhlich drauf. Dabei fehlte aber eindeutig das Zielwasser. Zumindest bis zur 75. Minute. Da haute wieder einmal Recep Niyaz einen raus und das Dingen schlug unhaltbar für Fernando Muslera im Gehäuse der Gäste unten links ein – 1:0. Da staunten die Spieler von Galatasaray nicht schlecht.


Doch wer glaubte, dass Galatasaray nun aufdrehte und den Gegner einschnürte – zumal Emre Mor mittlerweile im Spiel war – der sah sich getäuscht. Es ging plan- und kopflos weiter beim Rekordmeister. Zuspiele auf kürzeste Distanz gingen in die Hosen oder es wurde lieber der lange Pass gewählt, anstatt das sichere Zuspiel auf die kurze Strecke. Warum einfach, wenn es auch schwer geht? Und genau das wurde dann sehr spät auch noch abgestraft. In der dritten von fünf Minuten Nachspielzeit war es Marc Kibong Mbamba, der das Zuspiel zu Hugo Rodallega brachte und der netzte die Kugel ganz humorlos ein – 2:0 und damit war die Messe gelesen.


Galatasaray leistet sich einen kapitalen Fehlstart in die neue Saison und dass da bei den Löwen nicht alles rundläuft, war schon gegen Akhisarspor und ganz besonders gegen Florenz zu merken. Und es ist wohl so, dass auch in dieser Saison die Löwen wie im Jahr zuvor auswärts keinen Blumentopf gewinnen wollen. Da sollte man ganz zeitnah nachbessern.

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.