imago images / Seskim Photo

Galatasaray unterliegt gegen Drittligisten Tuzlaspor

4.12.2019 22:20 Uhr, von Chris Ehrhardt

Nachdem es weder in der Süper Lig, noch in der Champions League für den türkischen Rekordmeister Galatasaray Istanbul rund läuft, wäre es souveränes Erreichen der nächsten Pokalrunde Balsam auf die geschundenen Fanseelen. Doch selbst im Heimspiel gegen Tuzlaspor – ein Klub aus der dritten türkischen Liga – war das nicht möglich. Im Gegenteil. Die Löwen blamierten sich mit einer 0:2-Heimniederlage im Pokal in einer bisher selten erlebten Art und Weise. Auch wenn man das Ergebnis am 17.12. noch drehen kann, so war der heutige Abend an Peinlichkeit kaum zu toppen.

Wer sich die Aufstellung der Löwen anschaute, der wird sich verwundert die Augen gerieben haben. Trainer Fatih Terim schien den Gegner nicht wirklich ernst zu nehmen, denn er wechselte nahezu die komplette Mannschaft durch. Gut nur, dass die "heiligen Hallen" im Türk Telekom Stadion nahezu leer waren und das, was dann folgte, kaum jemand sah. Der Drittligist stellte den türkischen Double-Gewinner so klassisch zu, dass man sich fragte, wer ist nun der Erstligist und wer spielt in der dritten Liga. Galatasaray agierte schwerfällig, leicht durchschaubar und unpräzise. Gefahr ging nur von Senior Selcuk Inan aus – und von Tuzlaspor. Tore gab es im ersten Durchgang keine zu sehen und so hofften die wenigen Fans auf die zweite Hälfte.

Zweite Garde der Löwen nicht wettbewerbsfähig

Auch im zweiten Umlauf passierte wenig, was den Löwen-Fans die Freude ins Gesicht getrieben hätte. Galatasaray blieb drucklos. Dafür marschierte Tuzla und das zum Tor in der 53. Minute. Sadik Bas haute einen raus und Okan Kocuk im Kasten hatte das Nachsehen – 0:1. Doch wer dachte, nun würde sich Galatasaray ins Zeug legen, der sah sich getäuscht. Man rannte zwar, aber das wie so häufig ohne Kopf. Hektisch, verzweifelt und nahezu hysterisch wurde attackiert. In der 88. Minute hatten die Löwen dann vermeintlich Glück. Muhammed Akarslan von Tuzla fing sich die zweite Gelbe und der Drittligist war nun mit einem Feldspieler weniger auf dem Feld. Nun musste es doch klappen – und das tat es. Für Tuzlaspor. Man hat sicherlich selten ein stümperhafteres Abwehrverhalten gesehen als bei den Löwen in der 90. Minute. Darüber freute sich Umut Sönmez und machte in Unterzahl den KO-Schlag für Galatasaray – 0:2.

Am 17.12. kommt es bei Tuzlaspor zum Rückspiel und natürlich hat Galatasaray die Klasse, das Hinspiel zu drehen. Trotzdem wird man diese blamable Niederlage so schnell nicht vergessen. Sie hat zudem gezeigt, der zweite Anzug des Rekordmeisters ist nicht erstligareif. Da wird man sich in der Winterpause und der kommenden Transferrunde gewaltig etwas einfallen lassen müssen und den Kader in der Breite nachhaltig verstärken.

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.