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Galatasaray nur Remis in Erzurum

3.3.2019 19:02 Uhr, von Christian Ehrhardt

Im Abendspiel am Sonntag musste der Tabellenzweite Galatasaray Istanbul beim Tabellenvorletzten Erzurumspor antreten – im Kühlschrank der Türkei. Dabei war es am Sonntagabend recht annehmbar, denn das Thermometer zeigte nur Minus 2 Grad an. Erzurum brauchte dringend drei Punkte, um nicht ganz aussichtlos im Tabellenkeller zu versinken und Cimbom brauchte den Sieg, um weiter Kontakt an die Tabellenspitze zu halten.

Bereits in den ersten 10 Minuten wurde klar, es würde trotz der Kälte ein heißer Tanz für die Gäste aus Istanbul werden. Zwar arbeitete sich Galatasaray zuerst einige Male nach vorne, aber Erzurumspor hielt munter und fast unbekümmert dagegen. Schnell stellten die Hausherren Muslera gleich mehrfach auf die Probe, der sich darüber gefreut haben wird, warmgeschossen zu werden. In der 13. Minute dann erstmals richtig Gefahr für Erzurum. Ein Belhanda-Schuss wurde geblockt, landete bei Feghouli und der hielt mal herzhaft drauf – knapp vorbei.

Erzurum bestätigt früh seine Torgefährlichkeit

In der 18. Minute klingelte es dann erstmals in einem Kasten – bei Galatasaray. Langer Ball von Emrah Bassan. Marcao wollte mit dem Kopf zum Ball gehen, aber da waren die Hände vom Franzosen Rashad Muhammed hart am Körper und drückten ihn beiseite. Das hatte Cüneyt - "Marcelo hat gar keine Hände" - Cakir wie zu erwarten nicht auf dem Schirm und ließ weiterlaufen, da sich auch der VAR nicht meldete. Rashad sprintete dann in die Box und verwandelte sicher an Muslera vorbei – 1:0.

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Großer Diskussionsbedarf dann in der 35. Minute. Galatasaray wollte Elfer und zwar wegen eines Fouls und eines folgenden Handspiels von Egemen Korkmaz in der Box. Da half aber alle Diskutiererei nichts – der Marcelo-Effekt beim Unparteiischen war in Betrieb. Auch der VAR war wohl immer noch nicht im Stadion eingetroffen. In der 37. Minute rammte Egemen bei einem Kopfball Badou Ndiaye in der Box weg – ungeahndet. Cakir lief zur Hochform auf. Das hatte Substanz, ein sehr unterhaltsamer Abend zu werden. In der 42. Minute ein Tempogegenstoß von Cimbom. Badou Ndiaye auf Feghouli und der verzog – am Tor vorbei. Vier Minuten gab der Herr in Neongelb-Schwarz drauf, doch es passierte nichts mehr. Mit der knappen Führung für Erzurum ging es in die Pause und Fatih Terim wird massiv geladen gewesen sein.

Wie würde Galatasaray das Spiel in der zweiten Hälfte drehen wollen?

Zu Beginn der zweiten 45 Minuten wurden schnell die Schwächen beim Tabellenzweiten sichtbar. Emre Tasdemir erkämpfte sich sehr gut den Ball auf der linken Seite, pölzte die Kugel dann aber so blind in die Box, dass es nur so krachte. In der 52. Minute dann aber doch endlich Grund zum Jubel für Cimbom. Wieder Angriff über links von Onyekuru, Zuspiel auf Kostas Mitroglou in der Mitte, er ließ für Belhanda abprallen und der nagelte das Runde ins Eckige. Drin war das Ding - 1:1. Bereits zwei Minuten später hätte es wieder kippen können, doch Rashad Muhammed vergurkte es für Erzurumspor frei vor Muslera, den er einfach im Fünfmeterraum anschoss - so genau muss man erst einmal zielen können.

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Ecke Cimbom in der 61. Minute. Hoch in die Box und Christian Luyindama kam angeflogen - knapp vorbei. Die Löwen meldete sich immer mehr im Spiel an und wollten den Führungstreffer. Doch Galatasaray musste vorsichtig sein, da sich auch Erzurum immer wieder vor dem Kasten von Muslera zeigte. Ganz zu öffnen wäre eher kein guter Plan gewesen. Beide französischen Winterneuzugänge - Gabriel Obertan und Rashad Muhammed - waren stets brandgefährlich. Ab der 75. Minute ballerte Erzurumspor aus allen Rohren und allen Positionen. Dabei hatte Cimbom Glück, dass sie so schlecht zielten und in der Regel drüber oder vorbei geschossen haben.

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Den Löwen lief immer mehr die Zeit weg. Dass der Trip nach Erzurum kein Selbstgänger sein würde, sollte jedem klar gewesen sein, der das Team nach der Winterpause gesehen hat. Und dann muss man, wenn man nicht mit großzügigen Elfmetergeschenken bedacht wird, selbst für Tore sorgen. Ein Handspiel zu reklamieren, wie von Cimbom in der 90. Minute, bringt bei Mister Cakir recht wenig - davon können auch die Bayern immer noch ein Liedchen singen. In der 92. Minute setzte Henry Onyekuru zu einem Torschuss aus ausrichtsreicher Position an - und traf nicht einmal die Eckfahne. Darum blieb es am Ende beim Remis und die Löwen sind damit acht Punkte hinter den Ligaspitzenreiter zurückgefallen.

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