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Galatasaray mit souveränem Sieg gegen Trabzon

10.2.2019 18:59 Uhr, von Chris Ehrhardt

Nachdem am Samstag Basaksehir schwächelte und Punkte ließ, war es am amtierenden Meister Galatasaray Istanbul, dieses Straucheln zu nutzen und auf den Tabellenführer der Süper Lig Punkte gut zu machen. Ob das aber gegen Trabzonspor gelingen würde, die sich als Fünfter in der Liga auch noch Hoffnungen nach oben machen? Eine tolle Geste gab es vor dem Spiel, denn die Fans von Galatasaray gedachten Emiliano Sala, der bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam.

Galatsaray legte los wie die sprichwörtliche Feuerwehr. In der 3, Minute bereits war es Neuzugang Diagne, der fast getroffen hätte – aber der Ball rutschte ihm über den Schluffen und dann links vorbei. Nur fünf Minuten später wollte er es geschichtsträchtig machen und brachte in der 8. Minuten "die Hand Gottes" ins Spiel – wie einst Diego Maradona. Nur traf Diagne per Handspiel an die Latte und Schiedsrichter Ümit Öztürk ließ sich nicht foppen. Gelb für den Goalgetter.

Danach ging es dann Schlag auf Schlag weiter. Nur wollte das Runde einfach nicht ins Eckige. Bis zur 21. Minuten. Und da war es dann Diagne, der blitzsauber vom Punkt aus traf. Was war geschehen? Onyekuru wuselte sich in der 18. Minute in die Box, Akbulut stellte sich wenig geschickt an und es war logisch, dass Onyekuru fallen würde. Drei Minuten wurde vor dem Elfer heftigst diskutiert.

Wie würde Trabzon das Tor beantworten?

Nach dem Tor drehte Trabzon wieder etwas mehr auf. Und das wurde in der 30. Minute belohnt. Rodallega, der auch vorher diverse Male seine Gefährlichkeit aufblitzen ließ, wurde wie zuvor schon Nwakaeme als Passgeber am Strafraum nicht energisch genug attackiert, eine Drehung und dann mit Fumm in die Bude von Muslera – alles wieder auf Anfang und 1:1. Ein eher überraschender Ausgleich, denn Cimbom hatte das Spiel im Grunde gut im Griff. Nun war es an Galatasaray, hier in Istanbul Moral und Kampfgeist zu zeigen. Was die Löwen auch taten. So wurde das Ganze zu einem offenen Schlagabtausch.

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Flanke von rechts in der 36. Minuten und Diagne, der immer wieder gesucht und auch gefunden wurde, schraubte sich hoch. Mächtig hoch. Doch sein Kopfball strich knapp am Lattenkreuz vorbei. Das war hier ein richtig gutes Fußballspiel und nicht mit dem zu vergleichen, was sich am Mittag Konya und Malatya lieferten. In der 39. Minute packte Onyekuru dann einen aus und Akbulut musste alles zeigen, das Geschoss zu entschärfen. Die Löwen hatten es nun irgendwie eilig, möglichst vor der Pause noch ein zweites Tor zu machen. Entsprechend druckvoll wurde seitens des Terim-Teams agiert. Im Abschluss war es dann aber leider zu oft unpräzise und überhastet. Bis zur 45. Minute! Da nahm sich Belhanda nach schöner Soloaktion und Vorarbeit von Nagatomo ein Herz, hielt herzhaft auf den Kasten und spielte über Bande mit Huseyin Turkmen - drin und das 2:1 für die Löwen. Da war die erneute Führung, auf die Galatasaray so drückte. Mit der knappen Führung ging es dann in die verdiente Pause.

Könnte Galatasaray das hohe Tempo über die volle Distanz gehen?

Mit dem Wiederanpfiff blieb Toure in der Kabine bei Trabzon und Parmak kam. Fatih Terim sah keine Notwendigkeit für einen Wechsel und das war gut so. Zwar gehörte Rodallega die erste Aktion, aber dann machten die Löwen in der 51. Minute die Bude. Wunderbarer Pass von Feghouli auf Belhanda, der ließ einen Kracher von der Strafraumgrenze los und das Leder schlug unhaltbar für Akbulut ein - 3:1 für Cimbom. Zwei Minuten später Aufregung auf dem Feld, denn Trabzonspor wollte einen Elfer und der Video-Schiedsrichter musste bemüht werden. 54.Und der Schiedsrichter bleibt bei seiner Entscheidung. Es gibt kein Elfmeter. Stattdessen Eckball. Der Kontakt war auf jeden Fall da, aber der Stürmer fällt auch sehr theatralisch. Ekuban fiel im Strafraum, doch der Videobeweis sagte, was man auch so sehen konnte - kein Foul und kein Elfer.

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Könnte sich Trabzon zurückkämpfen?

Keine drei Minuten später musste Muslera sein ganzes Können zeigen. Kopfball von Rodallega aus kürzester Distanz und nur der Reflex von Muslera bewahrte sein Team vor dem Anschlusstreffer. Trabzon machte immer mehr Druck. Fast wütend rollten die Attacken aufs Tor der Hausherren, die sich aber gut dagegen stemmten. Ein weiteres Tor für Trabzon wäre zu diesem Zeitpunkt aber auch mehr als schmeichelhaft gewesen, denn die Löwen generierten die doppelte Anzahl an Torschüssen - 18 zu 9. Da war Trabzon mit den drei Toren eher gut bedient. Ab der 70. Minute versuchten die Hausherren etwas den Drive aus der Partie zu nehmen und waren bemüht, das Spiel durch Ballbesitz zu kontrollieren.

Die Drangphase der Gäste von der Schwarzmeerküste war nicht zuletzt auch dem hohen Tempo geschuldet, das die Löwen zuvor gegangen waren. Mit Glück und Können wusste Galatasaray diese Periode aber unbeschadet zu überstehen. Insgesamt spürte man, dass mehr und mehr die Luft ausgeht - auf beiden Seiten. Die Hausherren verlagerten ihr Spiel mehr nach hinten und sicherten sich ab. Trabzonspor bemühte sich weiter um den Anschlusstreffer, aber das Spiel hatte Kräfte gekostet und die Abschlüsse wurden ungenauer. Darum blieb es am Ende nach vier Minuten Nachspielzeit auch beim verdienten 3:1-Sieg der Hausherren und die Zuschauer haben ein über weite Strecken hochklassiges Spiel in Istanbul gesehen.

Mit dem Sieg beträgt der Abstand von Galatasaray auf den Tabellenführer Baseksehir nur noch sechs Punkte. Zeigt man sich weiter in der Verfassung wie heute gegen Trabzonspor, dann sollte es für die Löwen absolut machbar sein, diesen Rückstand aufzuholen.