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Galatasaray holt klaren Auswärtssieg bei Rizespor und Basaksehir verspielt 3-Tore-Vorsprung

28.11.2020 19:03 Uhr

Drei Spiele fanden am Samstag in der türkischen Süper Lig statt. Den Auftakt machten Gazisehir Gaziantep und Yeni Malatyaspor, die sich 2:2 trennten. Danach empfing Meister Basaksehir Yukatel Denizlispor und gab einen Vorsprung von drei Toren aus der Hand, um letztlich nur 3:3 zu spielen. Am Abend musste Rizespor zuhause gegen Rekordmeister Galatasaray antreten und musste sich vor allen Dingen Mbaye Diagne mit seinem Hattrick für Cimbom beim 0:4 geschlagen geben.

Den Auftakt zum zehnten Spieltag am Samstag in der Süper Lig machten Gazisehir Gaziantep und Yeni Malatyaspor. Hier brachte Kevin Mirallas (19. Minute) das Heimteam mit 1:0 in Führung und damit ging es auch in die Pause. Nach dem Wiederanpfiff fing sich Oguz Ceylan in der 48. Minute den gelben Karton – zum zweiten Male und damit stand Antep mit einem Spieler weniger auf dem Feld. Das nutzte Adem Büyük (50. Minute) zum 1:1: Doch auch in Unterzahl blieb Gaziantep gefährlich und Jean-Armel Kana-Biyik (74. Minute) netzte erneut zur Führung des Heimteams gegen Malatyaspor ein – 2:1. Am Ende kam die Krux der ewig langen Nachspielzeiten wieder auf den Platz und Jetmir Topalli (90.+5 Minute) konnte den späten Ausgleich zum 2:2 sehr zur Verärgerung von Antep markieren.


Basaksehir lässt Vorsprung von drei Toren liegen

In Istanbul drückte Basaksehir in der ersten Hälfte mächtig aufs Gas. War das die Restwut über die klare Niederlage gegen Manchester United in der Champions League? Fredrik Gulbrandsen (11. Minute und 21. Minute) schlug per Doppelpack zu und sorgte für eine sichere Halbzeitführung des Meisters gegen Yukatel Denizlispor. In der zweiten Halbzeit zeigte sich ein ähnlich gelagertes Match und es war Demba Ba (59. Minute), der für die Istanbuler auf 3:0 erhöhte. Damit war nach zwei Dritteln der Spielzeit der Drops im Grunde gelutscht. Dachte man. Doch das war gedanklich zu kurz gesprungen, wie sich rausstellte. Man sollte die Haut des Bären nie verkaufen, bevor man ihn erlegt hat – dieses Phrasendreschen bekam mit dem Spiel völlig neuen Auftrieb.


Nur drei Minuten nach dem Treffer von Ba schlug Özer Özdemir (62. Minute) zu und verkürzte auf 3:1. Irgendwie ließ das eine Tor Basaksehir so gar nicht meisterlich, sondern eher fahrig erscheinen. IBB wechselte durch und brachte fünf neue Spieler, was den Spielfluss völlig zerstörte. So sehr, dass Hugo Rodallega (90.+2 Minute) sogar noch auf 3:2 verkürzen konnte. Lag hier in Istanbul gar noch ein Remis in der Luft, denn der amtierende Meister wackelte in der Nachspielzeit mächtig? Und ja, das für unmöglich gehaltene Szenario geschah tatsächlich. Und zwar per Elfmeter. Radoslaw Murawski (90.+7 Minute) traf vom Punkt und kippte mit dem 3:3 das komplette Spiel, das Basaksehir im Kopf nach drei Toren Vorsprung schon für sich abgehakt hatte. Fünf Euro fürs Phrasenschein: Ein Spiel dauert 90 Minuten - beziehungsweise ist erst dann beendet, wenn der Schiedsrichter, in diesem Fall Arda Kardesler, abpfeift. Das tat er kurz nach dem Ausgleichstor und damit standen für den Meister nur 14 Punkte aus zehn Spielen auf dem Ticker – bis zur 60. Minuten waren es derer 16.


Diagne überzeugt für Galatasaray gegen Rizespor

Im Abendspiel von Rekordmeister Galatasaray Istanbul, der bei Rizespor gastierte, hatte man bei den Fans der Löwen natürlich die Erwartungen und Hoffnungen auf einen Auswärtssieg, um auf das Spitzenduo Alanyaspor und Fenerbahce vor ihren Matches Druck aufzubauen. Doch trotz teils drückender Überlegenheit tat sich zuerst wenig bis nichts. Cimbom fehlte es wieder einmal an einem Game-Plan. Der Ballbesitz lag zwar bei rund 60 Prozent, nur wird der eben nicht auf der Anzeigetafel gezählt. Als man sich wohl schon gedanklich auf ein torloses Remis zur Halbzeit einstellte, zeigte Schiedsrichter Atilla Karaoglan. Mbaye Diagne (45.+2 Minute) trat an und versenkte die Kugel im Netz – 0:1. Damit ging es dann auch in die Pause und mit einem Sieg wären die Löwen zumindest bis morgen nach Punkten gleichauf mit Alanyaspor und den Kanarienvögeln vom Ortsrivalen Fenerbahce, der am Sonntag ein Istanbul-Derby gegen Besiktas in Kadiköy bestreiten muss.


Und das Tor kurz vor der Halbzeit schien dem Rekordmeister Auftrieb zu geben. Mbaye Diagne (52. Minute) war es erneut, der mit seinem Doppelpack kurz vor und kurz nach dem Seitenwechsel auf 0:2 für die Gäste vom Bosporus stellte. Doch Cimbom sollte gewarnt sein, denn wie schnell ein Vorsprung weg sein kann, zeigte am Nachmittag Meister Basaksehir gegen Denizlispor und verspielte eine Führung von drei Toren. Mit den zwei Buden im Rücken nahm der Rekordmeister etwas Druck vom Kessel und schaute, dass er das Dingen unbeschadet nach Hause schaukelt - blieb dabei aber stets gefährlich, wenn man sich nach vorne durchdaddelte. Das geschah ab der 77. Minute häufiger, denn da wurde Fernando Boldrin als Zehner von Rizespor mit der zweiten Gelben duschen geschickt. Und es dauerte dann auch nicht lange, bis es wieder im Kasten von Rize klingelte. Mbaye Diagne (79. Minute) machte sich mit seinem Hattrick zum 0:3 zum Mann des Tages, der richtig Lust aufs Kicken hatte. Drei Tore Vorsprung und einen Mann mehr auf dem Feld - da sollte die Messe in Rize gelesen sein. Die Bilanz bis zu diesem Zeitpunkt - zehn Schüsse aufs Gehäuse und acht daneben - zeigt die drückende Überlegenheit der Gäste aus Istanbul gut auf, die diesmal tatsächlich auch in Tore umgemünzt wurde. Taylan Antalyali (86. Minute) durfte sich noch neben Diagne in die Torschützenliste eintragen und das mit dem 0:4. Damit war das lustige Scheibenschießen in Rize auch erledigt und Galatasaray zog auf Grund der besseren Tordifferenz in der Tabelle am Ortsrivalen Fenerbahce vorbei auf den zweiten Platz - zumindest bis zum morgigen Sonntag.


(ce)

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