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Gabriel fordert Konsequenzen

26.5.2019 21:42 Uhr

Nach dem Wahldisaster auf ganzer Linie am Sonntag - Bremen verloren, auf knapp 15 Prozent bei der Europawahl gefallen - fordert Ex-Außenminister und der ehemalige SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel Konsequenzen. Und ohne Namen zu nennen, weiß man genau, wen Gabriel da wirklich kritisiert.

"Niemand, der Verantwortung für die SPD trägt, kann ab morgen einfach zur Tagesordnung übergehen. Alles und alle gehören auf den Prüfstand", sagte Gabriel am Sonntag dem "Tagesspiegel". "Es geht um mehr als eine Wahlniederlage, es geht jetzt um die Existenz der SPD als politische Kraft in Deutschland."

Nur noch einfacher Abgeordneter - gegen seinen Willen

Gabriel musste nach der letzten Bundestagswahl gegen seinen Willen das Amt des Außenministers abgeben und ist jetzt nur noch einfacher Abgeordneter im Bundestag. Ohne den Namen von Parteichefin Andrea Nahles zu nennen sagte er: "In Berlin müssen jetzt diejenigen Verantwortung übernehmen, die den heutigen personellen und politischen Zustand in der SPD bewusst herbei geführt haben. Sie müssen jetzt auch Verantwortung für die SPD als Ganzes übernehmen."

Die SPD war bei der Europawahl weit unter 20 Prozent und damit auf das schlechteste Ergebnis bei einer bundesweiten Wahl abgesackt. Bei der Landtagswahl in Bremen hat sie den Hochrechnungen zufolge ebenfalls dramatisch verloren und ist nach 73 Jahren nicht mehr stärkste Kraft.

(be/dpa)