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Gab es handfesten Streit zwischen Boris Johnson und Partnerin Carrie Symonds?

22.6.2019 17:29 Uhr

Es soll in der Nacht vor dem Rededuell zwischen Boris Johnson und seinem Widersacher Jeremy Hunt einen handfesten Streit zwischen Johnson und seiner Partnerin Carrie Symonds gegeben haben. Das könnte, wenn es denn so geschah, die Chancen von Johnson auf die Nachfolge von Theresa May nachhaltig verschlechtern. Laut Medienberichten bestätigte die Polizei, dass sie vor Ort war, nachdem ein Nachbar die Behörden anrief.

Kurz vor dem ersten Rededuell der beiden konservativen Kontrahenten Boris Johnson und Jeremy Hunt am Samstag in Birmingham war es Medienberichten zufolge zu einem heftigen Wortgefecht zwischen Johnson und seiner Lebensgefährtin Carrie Symonds gekommen. Wie die britische Zeitung "The Guardian" berichtete, alarmierte ein besorgter Nachbar in der Nacht zum Freitag die Polizei und meldete einen lauten Streit mit Geschrei und Türenknallen in einer Wohnung im Süden Londons.

Nachbar spricht von lauten Schreien

Dem Bericht zufolge war zu hören, wie Symonds den ehemaligen Londoner Bürgermeister und Ex-Außenminister anschrie, er solle sie "in Ruhe lassen" und "aus meiner Wohnung verschwinden". Der Anruf sei um kurz nach Mitternacht Ortszeit eingegangen, teilte die Metropolitan Police mit. "Der Anrufer war um das Wohl seiner Nachbarin besorgt", sagte ein Polizeisprecher. Die Polizei habe dann mit den Bewohnern der fraglichen Wohnung gesprochen, die alle wohlauf gewesen seien. Die Polizei habe keinen Anlass zum Eingreifen gesehen.

Der Nachbar sagte dem "Guardian", er habe den Streit von seiner eigenen Wohnung aus aufgenommen. Er habe drei Mal an die Tür von Johnson und Symonds geklopft, aber niemand habe reagiert. Er versicherte, er habe "zwei sehr laute Schreie" und einen "lauten Knall" gehört, der die Mauern habe erzittern lassen. Die Zeitung "The Times" geht davon aus, dass der Vorfall negative Folgen für Johnson haben könnte, der als Favorit im Rennen um den Parteivorsitz der Tories gilt. "Viel wird von den nächsten 24 Stunden abhängen und davon, ob die Aufnahme des Nachbarn auftaucht", schrieb die Zeitung. Zumindest werde das Rennen um die Führung der Tories und damit das Ministerpräsidentenamt, das zuletzt wie "eine reine Formalie" ausgesehen habe, nun mehr Gewicht bekommen.

Kann Hunt nun gegen Johnson punkten?

Johnson ist einer der beiden verbliebenen Kandidaten für die Nachfolge der britischen Premierministerin May. Am Samstag sollte er sich ein erstes Rededuell mit dem amtierenden Außenminister Hunt vor der Parteibasis liefern. Auf einer Wahlkampfveranstaltung in Birmingham sollten sie sich den Fragen von Mitgliedern der konservativen Tories stellen. Dabei dürfte auch der nächtliche Streit Johnsons mit seiner Lebensgefährtin zur Sprache kommen.

Es ist der Auftakt einer landesweiten Debattenreihe zwischen den beiden Kontrahenten. Für den 15. Juli ist die letzte der 16 Diskussionsrunden in London vorgesehen. Hunt startete am Samstagmorgen eine erste Attacke auf seinen Kontrahenten. In einem Beitrag für die Zeitung "Daily Telegraph" warf er Johnson vor, sich vor einer TV-Debatte zu drücken. "Die konservativen Parteimitglieder können ihre Wahl nur treffen, wenn es eine ordentliche Debatte gibt, und man kann diese Debatte nicht führen, wenn einer der Kandidaten alle Möglichkeiten blockiert.

"Der neue Vorsitzende der Tories soll bis Ende Juli gekürt sein, die Entscheidung treffen die 160.000 Parteimitglieder. In der Woche des 22. Juli wird der Name des Siegers voraussichtlich bekanntgegeben. Er wird dann auch automatisch Regierungschef.

(ce/afp)

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