imago/Sven Simon

Funkel bleibt bei der Fortuna

15.1.2019 17:21 Uhr

Friedhelm Funkel hat mit hohem Einsatz gespielt, ist All-in gegangen und hat auch noch gewonnen. Als fast jeder glaubte, der Vertrag des Trainers von Fortuna Düsseldorf würde am Saisonende auslaufen, haben sich beide Parteien doch auf eine Vertragsverlängerung geeinigt. Viel Hilfe kam dabei auch von den treuen Fans der Fortuna, die dem Coach massiv den Rücken gestärkt haben.

Am Ende blamabler Chaostage pokerte Friedhelm Funkel noch mal kurz. Dann stand der Trainer bei Fortuna Düsseldorf als großer Gewinner da. Der 65-Jährige verlängerte seinen Vertrag für den Fall des Klassenerhalts am Dienstag um ein Jahr - vier Tage, nachdem er unter Tränen die Trennung im Sommer 2019 beklagt hatte. Mit seiner Unterschrift setzte Funkel den Schlussstrich unter ein unwürdiges Hin und Her.

Die "Einigung im Sinne von Fortuna Düsseldorf" wurde dann auch mit einiger Erleichterung verkündet. "Wir haben gemeinsam den Fehler aus dem Trainingslager korrigiert", sagte Fortunas Vorstandsvorsitzender Robert Schäfer: "Wir hatten zu jeder Zeit vollstes Vertrauen in Friedhelm Funkel und seine Arbeit. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern."

Chaostage in Nordrhein-Westfalens Landeshauptstadt

Funkel selbst betonte erneut, es sei stets sein "großer Wunsch" gewesen, "mit dieser charakterstarken Mannschaft weiterzuarbeiten. Jetzt können wir uns mit der nötigen Ruhe voll und ganz auf die wichtige Rückrunde konzentrieren."

Der Trainer hatte zuletzt die Verhandlungstaktik bestimmt. Die Fans setzten sich lautstark für ihn ein und erzwangen die Kehrtwende des Klubs, Schäfer und der neue Sportvorstand Lutz Pfannenstiel bekamen die Wut der Anhängerschaft massiv zu spüren. Das versetzte Funkel in eine glänzende Position, die er "nicht ausnutzen" wollte.

Dies tat er anscheinend aber doch. "Ich weiß noch nicht, ob ich wirklich weitermache", sagte er im Gespräch mit der Rheinischen Post (Dienstagausgabe) trocken: "Ich bin nicht so optimistisch, wie Robert es vielleicht ist." Das war einerseits eine Retourkutsche gegen Schäfer, der hart gehandelt und dabei die Beliebtheit des Trainers mächtig unterschätzt hatte. Zudem pokerte Funkel: Er wollte sich nun durchaus ein wenig bitten lassen.

Funkel - der Unkündbare

Der Unterstützung der Mannschaft konnte sich Funkel ohnehin sicher sein. "Wir laufen für ihn durchs Feuer", sagte Kapitän Oliver Fink im Namen vieler Profis, "seitdem er hier ist, funktioniert vieles." Die Mannschaft war über den knallharten Umgang mit dem seit 2016 in Düsseldorf nahezu durchgehend erfolgreichen Trainer schockiert: "Die Mitteilung der Trennung kam aus dem Nichts", sagte Abwehrspieler Adam Bodzek.

Nach den entscheidenden Gesprächen am Dienstagnachmittag an der Arena ist Funkel gefestigter denn je. Fans und Mannschaft haben sich eindeutig positioniert, der Klub hingegen ist beschädigt, er wirkte gar in höchstem Maße unprofessionell. Schäfer und Pfannenstiel, der während der Eskalation zu Transfergesprächen und einem Charity-Kick in der Schweiz bzw. Italien weilte, mussten öffentlich Fehler eingestehen. Letztlich pfiff der Aufsichtsrat das Führungsduo angesichts der Proteste zurück.

Sportliche Folgen des Theaters sind schwer abzusehen. Beim Testspielturnier am Sonntag wirkte die Mannschaft gegen Bayern München (Niederlage im Elfmeterschießen) und Hertha BSC (3:1) gefestigt. Unruhe könnte sich eher vom Umfeld auf den Tabellen-14. übertragen. Werden Schäfer und Pfannenstiel mehrere Niederlagen in Folge hinnehmen - wie in der Hinrunde? Und wird Funkel Sticheleien unterlassen? Das Thema scheint nur vorübergehend erledigt zu sein.

In die Rückrunde starten die Düsseldorfer am Samstag beim FC Augsburg.

(ce/afp)

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