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Friedensprozess in Syrien: Türkei will führende Rolle spielen

8.1.2019 10:10 Uhr

Die Türkei will beim Friedensprozess in Syrien eine führende Rolle spielen. Dies schrieb der türkische Präsident Erdoğan in einem Gastbeitrag für die "New York Times".

Sein Land sei sowohl in den Genfer als auch in den Astana-Prozess eingebunden gewesen und somit der einzige Interessenvertreter, der gleichzeitig mit den USA und Russland zusammenarbeiten könne. «Wir werden auf diese Partnerschaften aufbauen, um die Arbeit in Syrien zu erledigen.» Sein Land beabsichtige, «mit unseren Freunden und Verbündeten zusammenzuarbeiten und unsere Maßnahmen zu koordinieren».

Die Gespräche in Astana wurden von Russland, dem Iran und der Türkei organisiert, die Friedensgespräche in Genf liefen unter Vermittlung der Vereinten Nationen.

John Bolton in der Türkei

Am Dienstag besucht der Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, John Bolton, die Türkei. Themen dürften unter anderem sein, wie es mit dem US-Truppenabzug aus Syrien weitergeht und welche Rolle die Türkei dann dort spielen wird - zum Beispiel im Kampf gegen den Islamischen Staat. Ein weiteres Thema dürfte die geplante Offensive der Türkei gegen kurdische Truppen in Nordsyrien sein. Die Türkei sieht die Kurden dort als Terroristen an. Für die USA sind sie hingegen wichtige Alliierte im Kampf gegen den IS.

Terror des islamischen Staats beenden

Erdoğan schrieb in dem Gastkommentar, es sei an der Zeit, dass alls Beteiligten ihre Kräfte bündelten, um den Terror des Islamischen Staats zu beenden und die territoriale Integrität Syriens zu bewahren. «Die Türkei bietet an, diese schwere Last in einer kritischen Zeit der Geschichte zu tragen. Wir zählen darauf, dass die internationale Gemeinschaft an unserer Seite steht.»

Erdoğan schlug die Schaffung einer Stabilisierungstruppe vor, die Kämpfer aus allen Teilen der syrischen Gesellschaft aufnehmen solle. «In diesem Sinne möchte ich darauf hinweisen, dass wir keinen Streit mit den syrischen Kurden haben.» Die Gemeinderäte in überwiegend kurdischen Teilen Nordsyriens sollten hauptsächlich aus Vertretern der kurdischen Gemeinschaft bestehen, zugleich sollten auch andere Gruppen fair politisch repräsentiert werden.

Truppenabzug müsse sorgfältig geplant werden

Erdoğan schrieb, der von US-Präsident Trump angekündigte Abzug der US-Truppen müsse sorgfältig geplant und mit den richtigen Partnern durchgeführt werden, «um die Interessen der USA, der internationalen Gemeinschaft und des syrischen Volks zu schützen». Die Türkei sei das einzige Land mit der Macht, diese Aufgabe durchführen zu können.

(be/dpa)