epa/Koen van Weel

Friedensnobelpreisträgerin verteidigt Miliärdiktatur in Myanmar

11.12.2019 0:43 Uhr

In Den Haag verteidigt die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi vor dem Internationalen Gerichtshof ihr Land Myanmar gegen die Vorwürfe des Völkermords. Gambia beschuldigte das Land am Dienstag des Völkermordes an der muslimischen Minderheit der Rohingya.

Myanmar müsse unverzüglich die Massenmorde und systematische Verfolgung der Volksgruppe stoppen, forderte der Generalstaatsanwalt Gambias, Abubacarr Marie Tambadou, vor dem höchsten Gericht der Vereinten Nationen. Aung San Suu Kyi, die De-Facto-Regierungschefin von Myanmar, war bei der Anhörung am Dienstag anwesend und soll sich am Mittwoch zu den Vorwürfen äußern.

"Anhaltender Völkermord"

Gambia stützt sich auf Berichte von UN-Ermittlern, die dem Militär in Myanmar einen «anhaltenden Völkermord» vorwerfen. Seit 2017 hätten Soldaten Tausende Menschen ermordet, Frauen und Kinder vergewaltigt, Dörfer dem Erdboden gleichgemacht und Menschen lebendig in ihren Häusern verbrannt. Vor rund zwei Jahren waren mehr als 700 000 Menschen innerhalb kurzer Zeit wegen der Militärgewalt in das Nachbarland Bangladesch geflohen. Das Militär und die Regierung in Myanmar weisen die Vorwürfe zurück.

Gambia fordert eine einstweilige Verfügung gegen Myanmar, um die noch in dem Land verbleibenden rund 600 000 Rohingya zu schützen. Ein Urteil des Gerichts wird in wenigen Wochen erwartet. Der überwiegend muslimische westafrikanische Staat Gambia wird von der Organisation für Islamische Zusammenarbeit mit seinen 57 Mitgliedstaaten unterstützt.

(an/dpa)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.