Symbolbild: epa/Ghulamullah Habibi

Friedensabkommen der Taliban mit den USA Ende Februar erwartet

18.2.2020 10:17 Uhr

Bis Ende Februar erwarten die Taliban, dass das Friedensabkommen mit den USA in trockenen Tüchern ist. Das teilte der Sprecher des politischen Büros der militant-islamistischen Taliban in Doha, Suhail Schahin, am Montag über WhatsApp mit. Das Abkommen beinhalte, dass alle internationalen Truppen Afghanistan verlassen. Die Taliban würden ihrerseits sicherstellen, dass von Afghanistan aus kein anderes Land angegriffen werde.

Eine Bestätigung von US-Seite gab es zunächst nicht.

Zudem sollen nach der Unterzeichnung eines USA-Taliban-Abkommens 5000 Taliban-Gefangene freigelassen werden. Anschließend sollten innerafghanische Verhandlungen beginnen, teilte Schahin weiter mit.

Siebentägige Reduzierung von Gewalt

Seit Juli 2018 sprechen Vertreter der USA und der Taliban über eine politische Lösung des mehr als 18 Jahre dauernden Krieges. Am Donnerstag hatte US-Verteidigungsminister Mark Esper in Brüssel erklärt, die USA und die Taliban hätten einen "Vorschlag" für eine siebentägige Reduzierung der Gewalt ausgehandelt.

Eine spürbare Verringerung der Gewalt war zuletzt eine Forderung Washingtons gewesen, um ein Abkommen mit den Taliban zu unterzeichnen. Die Reduzierung wird als Test angesehen, dass die Taliban ihre Reihen kontrollieren können. Gelingt dieser Test, soll das Abkommen unterzeichnet werden. Angaben dazu, wann die Phase der Reduzierung der Gewalt beginnen soll, machte Schahin am Montag nicht.

Das USA-Taliban-Abkommen soll einen konkreten Zeitplan des Abzugs der US-Truppen sowie Taliban-Garantien enthalten, dass von Afghanistan aus keine Terroranschläge geplant werden. Es soll auch den Weg für innerafghanische Gespräche, die eigentlichen Friedensgespräche für das Land, bereiten. Bisher hatten die Taliban abgelehnt, direkt mit der Regierung in Kabul zu reden, die sie als "Marionette" des Westens betrachten. Sie wollten dies erst tun, wenn der Abzug der internationalen Truppen aus Afghanistan geklärt ist.

(an/dpa)

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