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Fremdenfeindlicher Anschlag in Bottrop

1.1.2019 14:21 Uhr

In Bottrop wurde das neue Jahr mit einem fremdenfeindlichen Anschlag eingeläutet. Ein Pkw-Fahrer steuerte seinen Wagen vorsätzlich in eine Fußgängegruppe und verletzte dabei gezielt vier Menschen mit Migrationshintergrund zum Teil schwer. Bereits bei der Festnahme soll sich der Mann fremdenfeindlich geäußert haben.

Ein Autofahrer hat in Bottrop (Nordrhein-Westfalen) in der Silvesternacht seinen Wagen in eine Fußgängergruppe gesteuert und mindestens vier Menschen zum Teil schwer verletzt.

"Die Ermittlungsbehörden gehen derzeit von einem gezielten Anschlag aus, der möglicherweise in der fremdenfeindlichen Einstellung des Fahrers begründet ist", teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. Die Ermittler haben "erste Informationen über eine psychische Erkrankung des Fahrers".

Wagen gezielt in Gruppe von Syrern und Afghanen gesteuert

Der 50-Jährige habe mit seinem Wagen in Bottrop nur Minuten nach dem Jahreswechsel zunächst auf einen einzelnen Passanten zugehalten, berichteten die Behörden. Es gelang dem Fußgänger, sich zu retten. Danach sei der Autofahrer in der Innenstadt in eine Gruppe von Menschen gerast, unter denen sich auch Syrer und Afghanen befanden. Dabei wurden mindestens vier Menschen teils schwer verletzt.

Der Mann fuhr den Angaben zufolge dann weiter nach Essen, wo er versuchte, gezielt in eine an einer Bushaltestelle wartende Menschengruppe zu fahren. Die Polizei nahm den Mann wenig später fest. Schon dabei habe er sich fremdenfeindlich geäußert, erklärten die Behörden. Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung über den Vorfall geschrieben.

Klarer fremdenfeindlicher Hintergrund

Der Autofahrer, der im Ruhrgebiet absichtlich mehrere Fußgänger angefahren hat, hatte die "klare Absicht, Ausländer zu töten". Das sagte der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) am Dienstag in Bottrop. Der Fall müsse "sehr ernst genommen werden", es werde mit Hochdruck ermittelt. Mindestens vier Menschen waren bei der Fahrt in der Silvesternacht teils schwer verletzt worden.

(ce/dpa/afp)