Boris Roessler/dpa

Frauenmord auf offener Straße

25.10.2019 20:16 Uhr

Limburg in Hessen am Freitagmorgen. Kurz vor halb neun hat ein Audi Kombi eine 31-jährige Frau erfasst und prallte dann gegen eine Hauswand, die stark beschädigt wurde. Der 34-jährige Fahrer mit deutscher Staatsbürgerschaft und mutmaßlich tunesischen Wurzeln stieg aus, machte sich am Heck des Fahrzeugs zu schaffen und holte eine Axt aus dem Fahrzeug. Damit schlug er wie von Sinnen auf die Boden liegende Frau ein, die seine Ehefrau war und tötete sie. Das Ehepaar hatte dem Vernehmen nach zwei Kinder, die zum Tatzeitpunkt im Kindergarten war. Der dringend Tatverdächtige und das Opfer stammten wohl nicht aus Hessen, sondern aus Rheinland-Pfalz und die Frau soll vor ihrem Ehemann in ein Frauenhaus "geflüchtet" sein. Wie er wissen konnte, wo sie sich auffällt, wird die Polizei sicher ermitteln. Der Tatverdächtige befindet sich in Haft und wurde noch am Tatort widerstandslos festgenommen.

Laut Polizei hatten Zeugen am Morgen gemeldet, dass ein Mann eine Frau angefahren habe. Die 31 Jahre alte Frau demnach zu Fuß auf einem Gehweg in der Nähe des Limburger Busbahnhofs unterwegs, als sie der mutmaßliche Täter mit einem Auto anfuhr. Der 34 Jahre alte deutsche Staatsangehörige stieg dann aus dem Auto und schlug mit einer Axt auf die am Boden liegende Frau ein. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte, verwendete der mutmaßliche Täter auch ein Schlachtermesser. Die Frau starb noch am Tatort an ihren schweren Verletzungen.

Videos der Tat werden auf den Social Media geteilt

Laut Staatsanwaltschaft sollte der mutmaßliche Täter noch am Freitagabend dem Haftrichter vorgeführt werden. Bisher mache der Mann von seinem Schweigerecht Gebrauch, sagte ein Sprecher. Der mutmaßliche Täter und das Opfer haben der Staatsanwaltschaft zufolge zwei Kinder. Beide seien in Obhut des Jugendamtes. Der Tatort wurde weiträumig mit Sichtschutz abgesperrt. Die Kriminalpolizei habe die Spurensicherung aufgenommen, heißt es. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft waren Sachverständige vor Ort, um den genauen Tathergang zu rekonstruieren.

Der Polizei lagen nach eigenen Angaben Hinweise vor, dass Zeugen den Angriff gefilmt oder fotografiert haben. Es gebe «Erkenntnisse, dass Videos der Tatausführung im Netz kursieren». Sie forderte Zeugen auf, ihre Aufnahmen nicht im Internet zu veröffentlichen, und kündigte eine strafrechtliche Verfolgung bei der Weiterverbreitung an. Das scheint aber bisher wenig zu fruchten, denn immer wieder wird das grauenhafte Video auf den Social Media verbreitet.

(ce/dpa)

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