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Frauen in der Türkei gehen für Pinar Gültekin auf die Straßen

22.7.2020 13:00 Uhr

Nach dem bestialischen Mord an der 27-jährigen Studentin Pinar Gültekin in der Provinz Mugla gingen tausende Frauen am Dienstagabend auf die Straßen, um gegen Gewalt gegen Frauen zu protestieren.

Pinar Gültekin wurde von ihrem Ex-Freund erwürgt, dann versuchte Cemal Metin A., die Leiche der Studentin in einem Waldgebiet zu verbrennen. Als das nicht funktionierte, stopfte er die Leiche in eine Mülltonne und übergoss sie mit Beton. Nachdem Aufnahmen auftauchten, auf denen der mutmaßliche Täter dabei zu sehen ist, wie er Benzin an einer Tankstelle in zwei Plastikflaschen füllte, hängten sich Sicherheitskräfte an seine Spur und nahmen den 32-jährigen fest.

Proteste in Besiktas, Kadiköy, Antalya und Izmir

Pinar Gültekin ist die 118. Frau in diesem Jahr, die in der Türkei ermordet wurde. Ihr Tod zog am Dienstagabend zahlreiche Frauen und Männer auf die Straßen, die Gerechtigkeit forderten. Auf ihren Plakaten waren Sprüche zu sehen wie "Wir wollen nicht sterben" oder "Das Istanbul-Abkommen muss bestehen bleiben".


In Izmir wurde der Protestmarsch der Frauen durch die Polizei angegriffen. Zwölf Frauen wurden zunächst festgenommen und in den späteren Abendstunden wieder freigelassen.

In Istanbul hielt die Generalsekretärin der Plattform "Wir werden Frauenmorde stoppen", Fidan Ataselim eine Rede. Darin sagte sie unter anderem: "Wir sind so wütend. Wir haben nicht vor, auch nur einen Schritt zurück zu machen. Die Frauen sind aufgewacht, ja, und das stört die Männlichkeit."

"Die Verantwortlichen für Pinars Tod sind jene, die Frauen nicht als gleichberechtigt sehen"

Bei einer Protestversammlung in Ula, Mugla, sagte die Vorsitzende der Frauenplattform BES Antalya: "Pinar wurde ermordet in einem Waldgebiet gefunden. Keine Frau hat jegliche Form der Gewalt verdient. Wer dies verteidigt oder impliziert, ist ein Mörder und verantwortlich für solche Taten. Die Verantwortlichen an Pinars Tod sind jene, die Frauen nicht als gleichberechtigt sehen. Die Verantwortlichen sind jene, die das Istanbuler Abkommen angreifen."


(be)

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