Symbolbild: imago images/Olaf Wagner

Französischer IS-Kämpfer zum Tode verurteilt

29.5.2019 15:57 Uhr

Ein französischer Kämpfer des IS wurde von einem irakischen Gericht zum Tode verurteilt. Damit hätten nun sieben Franzosen wegen Mitgliedschaft in der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) die Todesstrafe erhalten, hieß es am Mittwoch aus dem Obersten Justizrat des Landes in Bagdad.

Diesen Angaben zufolge ist gegen insgesamt zwölf IS-Mitglieder mit französischem Pass Anklage erhoben worden. Eine weitere Person sei freigesprochen worden.

Zuvor waren bereits sechs Franzosen wegen IS-Mitgliedschaft zum Tode verurteilt worden. Das Außenministerium in Paris erklärte nach den ersten Richtersprüchen, Frankreich respektiere die Souveränität der irakischen Behörden, sei aber grundsätzlich gegen die Todesstrafe.

Kurden übergeben französischen Staatsbürger an irakische Behörden

Die Franzosen waren von den Kurden in Syrien an den Irak übergeben worden. Der IS hatte in diesem Frühjahr seine letzte Bastion im benachbarten Bürgerkriegsland verloren. In Syrien sitzen noch immer Tausende IS-Kämpfer in Gefangenenlagern, darunter auch mehrere Dutzend mit deutschem Pass. Die Kurden fordern ein internationales Tribunal, vor das die Dschihadisten gestellt werden sollen.

US-Präsident Donald Trump hatte europäische Länder Anfang des Jahres dazu aufgerufen, in Syrien gefangene IS-Kämpfer zurückzunehmen und vor Gericht zu stellen. Deutschland und andere EU-Staaten sehen jedoch massive praktische Probleme.

Der Irak übergab zugleich 188 Kinder von IS-Angehörigen an die Türkei. Sie seien von den Terroristen im Irak zurückgelassen worden, erklärte der irakische Justizsprecher Abdel Sattar al-Birkdar am Mittwoch. Die Übergabe sei unter den Augen internationaler Organisationen erfolgt. Dazu zählte auch das Kinderhilfswerk Unicef.

(an/dpa)

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