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Frankreich will Aufnahme von Dschihadisten aus Syrien prüfen

29.1.2019 16:34 Uhr

Der US-Abzug aus Syrien sorgt auch in Frankreich für einen Kurswechsel, insbesondere im Umgang mit heimischen Extremisten, die von kurdischen Kräften in Syrien festgehalten werden. Das Pariser Außenministerium prüft nun nach eigenen Angaben eine Aufnahme der Dschihadisten, so eine Sprecherin.

Derzeit werden rund 130 Männer, Frauen und Kinder von Kurden in Syrien festgehalten, die dem Umfeld der Miliz Islamischer Staat (IS) zugerechnet werden.

Frankreich prüfe "alle Optionen", um zu verhindern, dass die französischen Extremisten wegen der instabilen Lage flüchteten, sagte die Sprecherin. Sollten die Kurden in Syrien sie nach Frankreich abschieben, würden die Dschihadisten "sofort der Justiz übergeben". Bisher lehnte die Regierung in Paris eine Rückkehr der Kämpfer ab.

Was ist der Grund für den Kurswechsel?

Hintergrund der neuen Überlegungen ist der US-Abzug aus Syrien. Führende Kurdenvertreter hatten bereits im Dezember bei einem Paris-Besuch davor gewarnt, dass inhaftierte IS-Kämpfer durch die instabiler werdende Lage nicht länger überwacht werden könnten. Dies gelte insbesondere im Fall einer türkischen Offensive gegen die Kurden in Syrien.

(sis/afp)